|
Rezension von: Dr. Karoline Lukaschek Titel: Writing in English: A Guide for Advanced Learners
Erschienen in: www.uni-online.de
Zusammenfassung
Den Rat der Autoren, eine Arbeit in Englisch von vornherein in dieser Sprache zu schreiben und nicht erst auf Deutsch, um es später wieder mühsam zu übersetzen, kann ich nur bestätigen. Das Schreiben fällt einem wirklich leichter, wenn man von Anfang an auf Englisch „denkt“ und Text produziert. Für alle, die daran interessiert sind, ihren Stil zu verbessern oder sich grundsätzlich Rat holen wollen zum Gestalten englischer Texte kann ich dieses Buch nur empfehlen! Genau genommen ist das Buch so interessant und gut geschrieben, dass ich es jedem empfehlen kann, der sein Englisch verbessern möchte.
Vollständige Rezension
1. Aufbau des Buches
“Writing in English: A Guide for Advanced Learners” gliedert sich in vier Module (s.u.). Die Module haben einzelne Kapitel, an deren Anfang die Kernaussagen des jeweiligen Kapitels kurz zusammengefasst werden. Jedes Modul schließt mit einer kleinen Bibliographie zum Thema ab. Am Ende des Buches findet sich ein Glossar, in dem weniger geläufige Fachbegriffe erläutert werden. Außerdem gibt es zum Buch eine Website (www.utb-mehr-wissen.de), auf der weitere Übungen und Beispiele bereit gestellt werden.
Modul I: “Organizing ideas into text”
Dieses Modul behandelt Textdesign, thematische Organisation und logische Reihenfolge der Argumentationskette eines Textes. Der Leser wird durch den Prozess der Planung einer wissenschaftlichen Arbeit geführt und mit den grundlegenden Problemen verschiedener wissenschaftlicher Textarten bekannt gemacht. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf Semester-/Hausarbeiten. Tipps zur Titelformulierung, Struktur der Abschnitte, Argumentationsfolge und dem richtigen Zitieren bzw. Paraphrasieren runden Modul I ab.
Modul II: “Building effective sentences”
Effektive Sätze zu bilden, die nicht nur grammatikalisch korrekt sind, sondern auch noch den Informationsgehalt an der richtigen Stelle haben, lehrt Modul II. Bestimmte Satzmuster, die typisch sind für akademisches Englisch, werden erklärt. Wie man aus diesen Mustern effektive Sätze bildet, aneinander reiht und dem Kontext entsprechend einsetzt, wird anhand von Beispielen erklärt. Einen weiteren Schwerpunkt bildet der Einsatz der Interpunktion. Die Autoren bezeichnen dieses Modul als eine „grammar for writing“ ( 83).
Modul III: “Lexis and Grammar”
Hier beschreiben die Autoren, wie man “the right words in the right order” (219) bringt. Neben Grammatik wird ein besonderes Augenmerk auf sprachübergreifende Unterschiede als typische Fehlerquellen gelegt. Abgerundet wird Modul III durch ein lexikonartiges Kapitel, das, nach Themen sortiert, verschiedene Formulierungen anbietet, um einen Text (nahezu) perfekt zu gliedern.
Modul IV: “Style”
In Modul IV geht es darum, welche Faktoren den Leser eines Textes positiv (z.B. Klarheit, Eleganz) bzw. negativ (z.B. Weitschweifigkeit) beeinflussen können. Detailliert wird der „akademische Stil“ beschrieben.
2. An wen richtet sich das Buch?
Das Buch richtet sich speziell an Leser aus dem deutschen Sprachraum. Verstärkt werden Probleme und Fehler behandelt, die typisch sind für deutschsprachige Autoren, die einen englischen Text schreiben.
Warum “A Guide for Advanced Learners”?
Der „Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen“ (GER; GERS), auf Englisch „Common European Framework of Reference for Languages“ (CEFR), legt eine Empfehlung vor, die den Spracherwerb, die Sprachanwendung und die Sprachkompetenz von Lernenden vergleichbar machen soll. Dafür gibt es die Niveaustufen A (Elementare Sprachverwendung), B (Selbständige Sprachverwendung) und C (Kompetente Sprachverwendung. C1: fortgeschrittenes Kompetenzniveau, C2: nahezu muttersprachliche Sprachbeherrschung). Das Buch richtet sich an jene, die ihr Schreibniveau von B auf C1/C2 verbessern möchten.
3. Über die Autoren:
Dr. Drik Siepmann ist Professor für English Language Teaching an der Universität Osnabrück.
John D. Gallagher ist Dozent für Business Englisch und Business Französisch an der Universität Münster.
Dr. Mike Hannay ist Professor für Englisch an der Vrije Universität Amsterdam.
Dr. J. Lachlan Mackenzie ist Honorarprofessor für Functional Linguistic an der Vrije Universität Amsterdam.
4. Meine Meinung:
Zwar bin ich nicht „vom Fach“, d.h. ich habe weder Anglistik noch Sprachwissenschaften studiert, aber mir hat „Writing in English: A Guide for Advanced Learners“ sehr gut gefallen. Ich habe mir dieses Buch ausgesucht, weil ich zwar schon des Öfteren wissenschaftliche Arbeiten auf Englisch verfasst habe, aber natürlich noch weit davon entfernt bin, perfektes Englisch zu schreiben. Da ich auch in Zukunft englische Texte verfasse werde, versprach ich mir von diesem Buch zum einen Hilfe hinsichtlich Grammatik, Stil und Formulierungen, zum anderen Tipps, um den Text abwechslungsreicher zu gestalten. Diese Hilfen bietet das Buch reichlich. Alle Einheiten werden sehr gut und verständlich erklärt, der Text liest sich leicht und ist nicht so trocken wie so manches Fachbuch. Besonders anschaulich sind die zahlreichen Beispiele für gutes bzw. schlechtes Englisch. Man merkt den Autoren an, dass sie langjährige Erfahrung im Unterrichten haben und mit den Fallen vertraut sind, in die Studenten gerne tappen. Die in Modul III, Kapitel 4 “Rhetorical moves and their lexical realizations” vorgestellten Formulierungen und Ausdrücke zur übersichtlichen Gliederung eines Textes sind ausführlich und sehr hilfreich.
Den Rat der Autoren, eine Arbeit in Englisch von vornherein in dieser Sprache zu schreiben und nicht erst auf Deutsch, um es später wieder mühsam zu übersetzen, kann ich nur bestätigen. Das Schreiben fällt einem wirklich leichter, wenn man von Anfang an auf Englisch „denkt“ und Text produziert. Für alle, die daran interessiert sind, ihren Stil zu verbessern oder sich grundsätzlich Rat holen wollen zum Gestalten englischer Texte kann ich dieses Buch nur empfehlen! Genau genommen ist das Buch so interessant und gut geschrieben, dass ich es jedem empfehlen kann, der sein Englisch verbessern möchte.
| |