Rezension von: Christine Brengelmann
Titel: Writing in English: A Guide for Advanced Learners
Erschienen in: Uni-Online
Zusammenfassung
Dieses 460 Seiten dicke Buch bietet wirklich alles, was der ambitionierte Anglistik/Amerikanistik-Student zum Thema „academic writing“ sucht! Die vier versierten Autoren, alle Professoren oder Dozenten in Deutschland oder den Niederlanden, verstehen es, in vier Einheiten und klar aufgebauten Unterabschnitten zu erklären, wie ein „term paper“ oder „essay“ aufgebaut sein sollte. Dabei setzen sie ihren Fokus vor allem auf die sprachliche Seite der ...
Vollständige Rezension
Dieses 460 Seiten dicke Buch bietet wirklich alles, was der ambitionierte Anglistik/Amerikanistik-Student zum Thema „academic writing“ sucht! Die vier versierten Autoren, alle Professoren oder Dozenten in Deutschland oder den Niederlanden, verstehen es, in vier Einheiten und klar aufgebauten Unterabschnitten zu erklären, wie ein „term paper“ oder „essay“ aufgebaut sein sollte. Dabei setzen sie ihren Fokus vor allem auf die sprachliche Seite der abzugebenden Hausarbeiten in englischer Sprache. So wird in drei der vier Einheiten genauestens auf Ausdruck, Grammatik, Lexis und Stil eingegangen.
Allein die Einheit 2 „Building effective sentences“ befasst sich auf über 130 Seite und in vier Abschnitten damit, wie unterschiedlichste Sätze mit den verschiedensten Funktionen gebaut und effektiv angewandt werden können. Besonders interessant und eingehend las sich in dieser Einheit vor allem „Chapter 4: Punctuation“, da hier auf präzise Weise alle wichtigen Regeln zur Kommasetzung, zur Anwendung von Doppelpunkt, Semikolon und Gedankenstrichen im Englischen erläutert werden. Schon oft habe ich mir als Anglistik-Studentin im 7. Semester gewünscht, einen solchen Aufsatz zur englischen Interpunktion mit verständlichen Beispielsätzen in den Händen zu halten, besonders weil diese sich doch stark von der deutschen Interpunktion unterscheidet. Besonders hilfreich sind im gesamten Buch, wie auch am Ende dieses Kapitels, die Zusammenschauen zu einzelnen Abschnitten (leider nicht am Ende aller Abschnitte zu finden!!). So werden in der zusammenfassenden Übersicht des Kapitels zur englischen Interpunktion 15 Leitsätze zur richtigen Anwendung der besprochenen Interpunktionszeichen gegeben, sodass man jederzeit einen Überblick zu den wichtigsten Regeln zur Hand hat. Die Ausführungen in den anderen Kapiteln dieser Einheit II zum richtigen Aufbau von englischen Sätzen gingen mir persönlich ein wenig zu weit und waren eher trocken zu lesen. Ich denke, dass diese Unterabschnitte mit immerhin 80 Seiten eher etwas für den perfektionistischen Lehramtsstudenten oder angehenden Übersetzer geeignet sind und von Interesse sind.
Besonders Einheit III „Lexis and Grammar“ erregte dann schon wieder größeres Interesse in mir, da hier nicht einfach grammatikalische Strukturen trocken daher erörtert wurden, sondern es in vier klar strukturierten Unterabschnitten um „1: A Constructional view of language“, „2: Academic lexis and patterining“, „3: From words to collocation“ und „4: Rhethorical moves and their lexical realization“ geht. Das was man an der Universität in (für mich trockenen) sprachwissenschaftlichen Veranstaltungen beigebracht bekam, wird hier noch einmal auf interessante Art und Weise anschaulich erläutert und mit Beispielen untermalt. Ich bekam einen wirklich guten Überblick über die englische Sprache an sich und worauf im Umgang mit ihr zu achten ist. Ich denke, vor allem als Lehramtsanwärterin ist es von Vorteil, alle Aspekte dieser Einheit im Hinterkopf zu haben, um zu wissen, worauf es bei der Vermittlung der englischen Sprache ankommt.
Besonders begeistert war ich vom „Chapter 4: Rhethorical moves and their lexical realizations“, denn „this chapter lists and explains general-language vocabulary items which the academic writer can use across all desciplines.” (p. 289) So werden ganze Liste an Vokabelkompositionen/-halbsätzen vorgestellt, die man immer benutzen kann, um in ein neues Thema einzuleiten, Zusammenfassungen zu geben, Argumente miteinander zu vergleichen, die eigene Meinung darzulegen und vieles mehr. Neben dem Kapitel zur Interpunktion werde ich dieses Kapitel nun sicherlich immer wieder anlesen, durchblättern und beim Schreiben eines englischen Aufsatzes sicherlich wieder zu Rate ziehen.
Hat man das Buch bereits einmal durchgelesen, kann man sowieso sagen, und darauf weisen die Autoren auch in ihrem „final word“ hin, dass dieses Buch als Referenz immer wieder von Nutzen sein wird. Die einzelnen Abschnitte und Unterkapitel sind so gut aufgebaut und strukturiert, dass man alles schnell wieder finden kann, einzelne Zusammenschauen erleichtern das Nachschlagen und die wichtigsten Aspekte werden in kleinen Schaukästen hervorgehoben.
Insgesamt bietet dieses Buch also die perfekte Anleitung, um einen sprachlich sehr guten und strukturierten Aufsatz oder längere Arbeit in englischer Sprache zu schreiben. Einige Ausführungen oder ganze Unterkapitel werden dem ein oder anderen dabei vielleicht ein wenig zu weit gehen, die ich persönlich einfach überspringen würde. Das Preis-Leistungs-Verhältnis wird dadurch trotzdem nicht geschmälert, denn bei über 460 Seiten gibt es noch viele sehr interessante und wichtige Kapitel zu lesen. Ich gebe diesem Buch daher eine 2+ und bin sehr zufrieden!!!
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