Jens Roselt, Christel Weiler

Aufführungsanalyse

Eine Einführung
ab 28,90 € inkl. MwSt.
Der Band führt praxisnah und anschaulich in die theoretischen und methodischen Grundlagen der theaterwissenschaftlichen Aufführungsanalyse ein. Dabei wird eine flexible Methode vorgestellt, die es ermöglicht, die ästhetischen Merkmale einzelner Aufführungen des zeitgenössischen Theaters zu ermitteln und zu untersuchen. Anhand konkreter Beispiele wird schrittweise gezeigt, wie die eigene Wahrnehmung und Erinnerung zum Dreh- und Angelpunkt der Aufführungsanalyse wird. Leitfragen und exemplarische Analysen zeigen jedem Leser und jeder Leserin, wie sie eine eigene Analysepraxis entwickeln können.
Der Band richtet sich an sich an das neugierige Publikum und reflektierte Theaterpraktiker, an Theaterwissenschaftler sowie Studierende geistwissenschaftlicher und kulturwissenschaftlicher Fächer.
Das zeitgenössische Theater stellt häufig eine Herausforderung für das Publikum und die Aufführungsanalyse dar. Um verschiedene Möglichkeiten des Zugangs zu erläutern, führt der Band praxisnah und anschaulich in die theoretischen und methodischen Grundlagen der theaterwissenschaftlichen Aufführungsanalyse ein. Dabei wird eine flexible Methode vorgestellt, die es den Analysierenden ermöglicht, die ästhetischen Merkmale einzelner Aufführungen des zeitgenössischen Theaters zu ermitteln und zu untersuchen. Anhand konkreter Beispiele wird schrittweise gezeigt, wie die eigene Wahrnehmung und Erinnerung zum Dreh- und Angelpunkt der Aufführungsanalyse wird. Leitfragen und exemplarische Analysen zeigen jedem Leser und jeder Leserin, wie sie eine eigene Analysepraxis entwickeln können.
Was ist eine Figur? Wie analysiert man den Auftritt einer Schauspielerin? Welche Rolle spielen Medien auf der Bühne? Wie entsteht zwischen Bühne und Publikum ein szenischer Raum? Wie stehen Text und Inszenierung zueinander? Was wird Zeiterfahrung im Theater inszeniert? Wie verhält sich partizipatorisches Theater zur Analyse?
Untersucht werden neuere Inszenierungen und Performances u.a. von Nora Amin und Eva Balzer, Andrea Breth, Romeo Castellucci, Frank Castorf, Florian Fiedler, Andreas Kriegenburg, Tom Kühnel, Ivana Müller, Nicolas Stemann, Michael Thalheimer und der Wooster Group.


Inhalt:
1. Über die Liebe zum Theater und die Ausrüstung künftiger Wissenschaftler/innen
1.1 Inter-Subjektivität und Objektivität
1.2 Wiederholung und Einmaligkeit
1.3 Ko-Präsenzen
1.4 Wahrnehmung lernen
2. Aufführungsanalyse und Theaterwissenschaft
2.1 Kurze Geschichte der Aufführungsanalyse
2.2 Theorie der Aufführung
2.3 Inszenierung und Aufführung
2.4 Aufzeichnung und Aufführung
3. Zeichen über Zeichen – Semiotik im Alltag, als Wissenschaft und in der Theaterkunst
3.1 Semiotik im Alltag
3.2 Semiotik als Wissenschaft
3.3 Semiotik in der Theaterwissenschaft und im Theater
4. Phänomenologie
4.1 Wahrnehmung und Erfahrung im Theater
4.2 Zeichen und Phänomene
4.3 Intentionalität und Responsivität
4.4 Erfahrung und Reflexion
5. Aufführungsanalyse als Erinnerungsarbeit
5.1 Erinnerungsprotokolle
5.2 Beispielanalyse: „Ein Sommernachtstraum“ (Schauspiel Hannover)
5.3 Entwicklung von Fragestellungen
6. Raum
6.1 Realer Raum und erlebter Raum
6.2 Aufführungsraum
6.3 Raumanalyse
6.4 Beispielanalyse: „Maß für Maß“ (Schauspiel Hannover)
6.5 Die Dinge des Theaters: Requisiten
7. Figur
7.1 Figuration als historische Praxis
7.2 Figurationen im zeitgenössischen Theater
7.3 Kostüme
7.4 Leitfragen für die Figurenanalyse
8. Das Theater mit dem Drama: Text, Inszenierung und Aufführung
8.1 Theaterwissenschaftliche Positionen
8.2 Beispiel: „Ödipus der Tyrann“ (Schaubühne Berlin)
8.3 Text als gesprochene Sprache
8.4 Text als Form der Rede
8.5 Dramaturgie
8.6 Beispielanalyse: „Der Auftrag. Erinnerung an eine Revolution“ von Heiner Müller (Schauspiel Hannover/Ruhrfestspiele Recklinghausen)
8.7 Text als Referenz der Aufführung
8.8 Beispielanalyse: „Da steh‘ ich nun.“ Faust – Der Analyse zweiter Teil
8.9 Exkurs: Regie und Interpretation
9. Exemplarische Aufführungsanalysen
9.1 „While We Were Holding It Together“ – oder: Eine Einladung, die Imagination zu entfalten
9.2 „Medea“ (Schauspiel Frankfurt)
9.3 „Earthport“ – Theater als Kunst der Begegnung
9.4 Zeit im Theater: Zeit der Aufführung – aufgeführte Zeit
10. Aufführungsdiskurse
11. Anhang
11.1 11.1 Auswahlbibliographie zur Aufführung und zur Aufführungsanalyse
11.2 Allgemeine Bibliographie
11.3 Dank

Autoreninformation:
Prof. Dr. Jens Roselt ist Professor für Theorie und Praxis des Theaters an der Stiftung Universität Hildesheim.

Dr. phil. Christel Weiler ist Akademische Oberrätin am Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin.
Mehr Informationen
ISBN 978-3-8252-3523-9
EAN 9783825235239
Bibliographie 1. Auflage
Seiten 387
Format kartoniert
Ausgabename 43523
Auflagenname -11
Verlag UTB
Autor Jens Roselt, Christel Weiler
Erscheinungsdatum 17.07.2017
Lieferzeit 2-4 Tage

„Das Buch trifft in der Tat eine große Lücke in der Literatur für die Lehre unseres Faches (Theaterwissenschaft). Es ist, so mein erster Eindruck, sehr studentenfreundlich geschrieben, klug und transparent aufgebaut und auf dem neuesten Stand der Forschung.“

UTB Dozentenservice (2017) / 16.08.17

„Mit dieser [...] Publikation zeigen Christel Weiler und Jens Roselt sehr eindrucksvoll, dass die Aufführungsanalyse immer noch als "Königsdisziplin" und Alleinstellungsmerkmal der Fachwissenschaft des Theaters mit all seinen Spielarten bezeichnet werden kann. [...] In einem - durchweg gut lesbaren und an vielen aktuellen Aufführungen aufgezeigten - Panorama von Möglichkeiten, Aufführungen wahrzunehmen, geht es den Verfassern darum, ein Sensorium von angemessenen beziehungsweise unrichtigen Annahmen an das Wahrgenommene zu entwickeln.“

Schultheater 33 (2018) / 23.03.18

„Lang erwartet erschien 2017 eine theoretisch abgesicherte Einführung in die Aufführungsanalyse. Damit gibt es einen akademischen Orientierungspunkt für das Handwerk der Theaterwissenschaften (und auch ihrer Nachbardisziplinen).“

Zeitschrift für Theaterpädagogik 35, 74 (2019) / 11.01.19