Sabine Bade

Ausflüge gegen das Vergessen

NS-Gedenkorte zwischen Ulm und Basel, Natzweiler und Montafon
ab 17,60 € inkl. MwSt.
Verbrechen verübten die Nazis nicht nur im fernen Auschwitz, in Konzentrationslagern wie Dachau, Buchenwald oder Ravensbrück. Verbrechen verübten sie auch überall in unserer unmittelbaren Umgebung – auf der Schwäbischen Alb, im Schwarzwald, am malerischen Bodensee.
Die NS-Schergen ließen, kaum war ihnen die Macht übertragen worden, bereits 1933 in Baden und Württemberg Lager zur sofortigen Ausschaltung ihrer politischen und weltanschaulichen Gegner:innen errichten. Sie verschleppten aus Heilanstalten Menschen, die nicht den nationalsozialistischen Vorstellungen des „erbgesunden Ariers“ entsprachen, zur massenhaften Vergasung. Der NS-Staat trieb Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, die durch die Nürnberger Rassegesetze längst entrechtet waren, in Internierungslagern zusammen, von wo aus sie in die Vernichtungslager deportiert wurden. Und in den vielen KZ-Außenlagern, mit denen das Land übersät war, wurden selbst aus Auschwitz herbeigeschaffte KZ-Häftlinge tausendfach zu Zwangsarbeit gezwungen, die viele nicht überlebten. All das geschah in einer idyllischen Umgebung.
Die im Buch vorgestellten 35 auch grenzüberschreitenden „Ausflüge gegen das Vergessen“ führen zu einer Vielzahl von Gedenkstätten und Erinnerungsorten. Sie dokumentieren die Geschichte der Verbrechen der Nationalsozialisten und sind deren Opfern gewidmet. Dieser etwas andere heimatgeschichtliche Wegweiser weitet den Blick auf eine Gegend, die wir bisher gut zu kennen glaubten.
Verbrechen verübten die Nazis nicht nur im fernen Auschwitz, in Konzentrationslagern wie Dachau, Buchenwald oder Ravensbrück. Verbrechen verübten sie auch überall in unserer unmittelbaren Umgebung – auf der Schwäbischen Alb, im Schwarzwald, am malerischen Bodensee.

Die im Buch vorgestellten 35 auch grenzüberschreitenden „Ausflüge gegen das Vergessen“ führen zu einer Vielzahl von Gedenkstätten und Erinnerungsorten. Sie dokumentieren die Geschichte der Verbrechen der Nationalsozialisten und sind deren Opfern gewidmet. Dieser etwas andere heimatgeschichtliche Wegweiser weitet den Blick auf eine Gegend, die wir bisher gut zu kennen glaubten.

Inhalt:

Geleitwort von Wolfram Wette
Vorwort – Gegen das Vergessen

1. Das KZ Heuberg in Stetten am kalten Markt – das erste Konzentrationslager in Württemberg
2. Das KZ Oberer Kuhberg in Ulm – eine Vorstufe zur Hölle
3. Das Stuttgarter Landgericht – wo die Guillotine für viele aktive Nazi-GegnerInnen stand
4. Die Gedenkstätte für jüdische Flüchtlinge im schweizerischen Riehen
5. Das Ulmer Erinnerungszeichen zu Zwangssterilisation und „Euthanasie”
6. Der Riedheimer Gedenkstein für den Singener Reichstagsabgeordneten Max Maddalena
7. Die Stuttgarter Gedenkstätte für Lilo Herrmann
8. St. Gallenkirch – Fluchtversuche des Dichters Jura Soyfer und anderer Verfolgter über die Montafoner Berge in die Schweiz
9. Bahnhof Feldkirch – Erinnerungsort für Opfer der Nazi-Diktatur
10. Die Paul-Grüninger-Brücke in Diepoldsau – Gedenkort für einen lang verschmähten Fluchthelfer
11. Orte früheren jüdischen Lebens in Gailingen
12. Die Georg-Elser-Gedenkstätte in Königsbronn
13. Die T4-Tötungsanstalt Schloss Grafeneck
14. Das Morden „unwerten Lebens“ in der ehemaligen „Heilanstalt Zwiefalten“
15. Das Mahnmal der Grauen Busse vor der ehemaligen „Heilanstalt Weißenau”
16. Das Ende jüdischen Lebens in Hohenems und wie heute daran erinnert wird
17. Freiburger Erinnerungsstätten an die Oktoberdeportation 1940
18. Das Widerstands- und Deserteursdenkmal in Bregenz
19. Das KZ Natzweiler-Struthof – Das einzige deutsche Konzentrationslager auf französischem Boden
20. Das KZ Radolfzell – Ein Schießstand für die Waffen-SS
21. Der Stuttgarter Deportationsbahnhof
22. Das „Gräberfeld X“ in Tübingen – Massengrab für NS-Opfer, deren Leichen als Forschungsmaterial dienten
23. Waldkirch – Auseinandersetzung mit einem heimischen Massenmörder
24. Die Gedenkstätte für nach Auschwitz deportierte Sinti aus dem Ravensburger Ummenwinkel
25. Die Gedenkstätte Eckerwald – Für die Opfer aus dem KZ Schörzingen
26. Das KZ Erzingen – ein weiteres Konzentrationslager des
Unternehmen „Wüste“
27. Das Frauen-KZ in Geislingen an der Steige
28. Das KZ Bisingen
29. Das KZ Überlingen – unter Tage im Dienste der Friedrichshafener Rüstungsindustrie
30. Das KZ Spaichingen – Zwangsarbeit für die Waffenschmiede Mauser
31. Das KZ Hailfingen-Tailfingen zum Ausbau des Nachtjägerflugplatzes
32. Gedenkstätte in Kehl – Erinnerung an ermordete französische Widerstandskämpfer und die „Schwarzwälder Blutwoche“
33. Das KZ Offenburg zur Räumung der Bahngleise nach Bombenangriffen
34. Das Grab der Widerstandskämpferin Hilde Meisel in Feldkirch
35. Befreite KZ-Häftlinge auf der Mainau – Erinnerungslücken auf der Blumeninsel

Zeittafel
Literatur / Weblinks
Orts- und Personenregister




Autoreninformation:
Sabine Bade ist Politikwissenschaftlerin und lebt in Konstanz.
Mehr Informationen
ISBN 978-3-7398-3106-0
EAN 9783739831060
Bibliographie 1. Auflage
Seiten 196
Format kartoniert
Ausgabename 53106
Auflagenname -11
Verlag UVK Verlag
Autor Sabine Bade
Erscheinungsdatum 08.11.2021
Lieferzeit 2-4 Tage

„„Das außerordentlich wertvolle Buch bietet engagierten Lehrkräften, Privatpersonen, politischen und gewerkschaftlichen Bildungsveranstaltern fundierte Informationen und Anregungen für den Besuch der vielen Gedenkorte." (Karl Schweizer, Lindauer Lokalhistoriker) „Die Beiträge schaffen ein Bewusstsein für die Allgegenwart des NS-Terrors ‚vor der eigenen Haustür', wecken Interesse, sich mit der lokalen und regionalen NS-Geschichte sowie deren Nachgeschichte zu befassen und regen zum Besuch der vielen Gedenkorte an. ‚Ausflüge gegen das Vergessen' ist damit ein wichtiges und äußerst empfehlenswertes Kompendium zur NS- und Erinnerungsgeschichte im deutschen Südwesten und angrenzenden Regionen; ein regionalgeschichtliches Nachschlagewerk für geschichtsinteressierte Einheimische wie auch Tourist*innen, das sich gleichsam hervorragend im Bildungsbereich, etwa zur Vorbereitung eines Gedenkstättenbesuchs durch Schulklassen, einsetzen lässt." (Dr. Marco Brenneisen, Historiker, Vorsitzender des Verbunds der Gedenkstätten im ehemaligen KZ-Komplex Natzweiler e.V.) „Da lässt sich hinter dem Idyll in manche Abgründe der Vergangenheit schauen." (Dr. Hanno Loewy, Leiter des Jüdischen Museums Hohenems) „Alles in allem also ein notwendiges Vademecum zur Region und ein sinnvoller Wegweiser gegen das Vergessen." (Prof. Dr. Benigna Schönhagen, Institut für geschichtliche Landeskunde Tübingen und Leiterin des Tübinger Projekts Gräberfeld X) „Was das Buch auszeichnet, sind aber vor allem die gut recherchierten, fundierten und präzise zusammengefassten Informationen über die verschiedenen ‚Tatorte‘ – und über die engagierten Bemühungen um die Errichtung von Gedenkstätten." (Dr. Markus Barnay, Politikwissenschaftler, Redakteur von ORF Vorarlberg und Kurator des Vorarlberg Museums Bregenz)“

Online-Magazin seemoz / 29.11.21

„Die Verwendung in der Schule liegt auf der Hand: Zur Vorbereitung von Exkursionen und Ausflügen, die einer profunden Erinnerungsarbeit dienen, wird der Band hervorragend geeignet sein.“

lehrerbibliothek.de / 19.01.22

„Auf 196 Seiten schreibt sie [...] faktenreich und anschaulich über ihre "Ausflüge gegen das Vergessen".“

WoZ Nr. 19 vom 12. Mai 2022 / 20.01.22