Wolfram Nitsch

Barocktheater als Spielraum

Studien zu Lope de Vega und Tirso de Molina
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Die Arbeit untersucht das spanische Drama des Barock unter dem Aspekt der Inszenierung von Spiel. Dazu beschreibt sie Spiel einleitend als elementare menschliche Tätigkeit, die normalerweise in einzelnen Spielen ausdifferenziert, beschränkt und geregelt, in fiktionalen Texten jedoch in ihrer beunruhigenden Elementargestalt dargestellt wird. Wolfram Nitsch zeichnet an Hand einschlägiger Traktate die weitreichende historische Auseinandersetzung um das Spiel im Siglo de Oro nach und zeigt, daß es einerseits als potentieller Exzeß verfemt, andererseits jedoch als theologisches Gleichnis der Ordnung und als politisches Modell der Beherrschung vereinnahmt wird. Zu beiden Positionen, so seine These, geht die dramatische Darstellung von Rollenspielen und anderen Spielen dezidiert auf Distanz. Im Theater von Lope de Vega und Tirso de Molina werden häufig entfesselte und entgleitende Spiele gezeigt, ohne daß den Spieler eine Strafe oder ein Bannspruch ereilt. Dies gilt in erster Linie für die Komödie, aber auch für ernste Ausprägungen des weltlichen Dramas, wo mit kasuistischem Erfindungsreichtum die potentiell unbeherrschbare Eigendynamik des Spiels bis an ihre Grenzen getrieben wird.
Die Arbeit untersucht das spanische Drama des Barock unter dem Aspekt der Inszenierung von Spiel. Dazu beschreibt sie Spiel einleitend als elementare menschliche Tätigkeit, die normalerweise in einzelnen Spielen ausdifferenziert, beschränkt und geregelt, in fiktionalen Texten jedoch in ihrer beunruhigenden Elementargestalt dargestellt wird. Wolfram Nitsch zeichnet an Hand einschlägiger Traktate die weitreichende historische Auseinandersetzung um das Spiel im Siglo de Oro nach und zeigt, daß es einerseits als potentieller Exzeß verfemt, andererseits jedoch als theologisches Gleichnis der Ordnung und als politisches Modell der Beherrschung vereinnahmt wird. Zu beiden Positionen, so seine These, geht die dramatische Darstellung von Rollenspielen und anderen Spielen dezidiert auf Distanz. Im Theater von Lope de Vega und Tirso de Molina werden häufig entfesselte und entgleitende Spiele gezeigt, ohne daß den Spieler eine Strafe oder ein Bannspruch ereilt. Dies gilt in erster Linie für die Komödie, aber auch für ernste Ausprägungen des weltlichen Dramas, wo mit kasuistischem Erfindungsreichtum die potentiell unbeherrschbare Eigendynamik des Spiels bis an ihre Grenzen getrieben wird.
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ISBN 978-3-8233-4797-2
EAN 9783823347972
Seiten 216
Format kartoniert
Ausgabename 14797
Verlag Gunter Narr Verlag
Autor Wolfram Nitsch
Erscheinungsdatum 11.12.2000 00:00:01
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