expertverlag

  1. Gütesiegel für unsere Volontariate

    Stolz präsentieren wir unser erneutes Gütesiegel der Jungen Verlags- und Medienmenschen e.V. für unsere Volontariate!

    Die Urkunden wurden im Rahmen der Frankfurter Buchmesse 2022 von Kathrin Windholz und Tobias Mohr (AG Nachwuchsrechte) an die ausgezeichneten Verlage übergeben.

    Tobias Mohr im Interview auf boersenblatt.net: „Wir gratulieren den diesjährigen Gütesiegel-Trägern. Natürlich freuen wir uns sehr darüber, dass wir die jeweiligen Gütesiegel für Carlsen und Narr Francke Attempto verlängern können und die beiden Häuser dazu beitragen, wichtige und oftmals fehlende Ausbildungsstandards dauerhaft zu festigen und zu etablieren."

    Das Gütesiegel ist ein tolles Qualitätsmerkmal für die Ausbildung von Volontär:innen in der Buchbranche und wir sind sehr stolz und glücklich, dass unser Gütesiegel bis 2025 verlängert wurde! 

    Der Junge Verlags- und Medienmenschen e. V. ist mit über 800 Mitgliedern in 12 Städtegruppen der größte Nachwuchsverein der Buch- und Medienbranche.

    Weiterlesen
  2. Erfolgreiche Teilnahme am KLIMAfit-Projekt

    Mit großer Freude und ein wenig Stolz präsentieren wir unsere Urkunde zur erfolgreichen Teilnahme am Projekt "KLIMAfit"!
     
    Im Rahmen des Pilotprojektes des Landes Baden-Württemberg wurde die Narr Francke Attempto Verlag GmbH + Co. KG als eines von sieben Tübinger Unternehmen als "KLIMAfit Betrieb" ausgezeichnet
     
    (Bildquelle: Anne Faden)
    Weiterlesen
  3. Publizieren, Präsentieren, Lehren: 4 Fragen an Prof. Günter Lehmann



    Prof. Dr. paed. habil. Günter Lehmann bereitet seit über 40 Jahren Teilnehmende an Bachelor-, Master- und Promotionsstudien auf das Anfertigen und Präsentieren wissenschaftlicher Arbeiten vor und führt für Dozent:innen didaktische Basis- und Aufbaukurse durch.

    In Ihrem Buch „Wissenschaftliche Arbeiten“ gehen Sie auf die Faktoren ein, die zum Erfolg beim Publizieren bzw. Umsetzen wissenschaftlicher Ergebnisse führen. Welche sind das?

    Eine Idee allein entfaltet noch keine Wirkung, auf ihre Umsetzung kommt es an. Arbeitsergebnisse sind daher zu veröffentlichen, und ihre Umsetzung in Projekte oder Programme zu prüfen. Entscheidend dabei ist, dass die ergebnisorientierte Aktivität von der Autorin oder dem Autor selbst ausgeht.

    Es reicht nicht, einen Artikel über die Arbeit zu verfassen, diesen einem Verlag zu übersenden und zu warten bis er veröffentlicht wird. Einsteiger:innen in das Publizieren müssen sorgfältig prüfen, mit welchem Textformat sie beginnen (Abstracts, Kurzbericht oder (populär-)wissenschaftlicher Artikel), auf welcher Plattform sie veröffentlichen (Verlag, Redaktion, Internet, organisationsinterne Medien) und welche Leser:innen sie ansprechen möchten (Fachleute, Fachfremde etc.).

    Auch beim Umsetzen von Forschungsergebnissen in Unternehmen ist es besser, das Projekt bis zur Umsetzungsreife selbst in der Hand zu behalten, wie ein erfolgreicher „Umsetzer“ berichtet: „Nach einem Kontakt auf einer Tagung bekam ich einen Vorstellungstermin beim Chef des Unternehmens. In einem 10minütigen Statement habe ich die Idee aus meiner Arbeit und den Nutzen vorgestellt, den das Unternehmen bei Umsetzung erzielen kann. Dazu habe ich die Erarbeitung eines passgenauen Vorschlags zur Entscheidung angeboten. Das Ergebnis wurde der Leitung präsentiert, dem Vorschlag wurde zugestimmt, die Umsetzung im Unternehmen beschlossen.“

    Worauf ist beim Präsentieren der Arbeitsergebnisse in Vorträgen und Diskussionen zu achten? Gibt es bestimmte Eigenschaften, die eine überzeugende Präsentation haben muss?

    Eine überzeugende Präsentation muss dem Publikum etwas Neues mitteilen. Publikumsorientierung ist das A und O für den Erfolg. Die Zuhörenden erwarten, dass sie das Neue mit ihren Möglichkeiten verstehen können. Ihre Interessen sollen daher angesprochen, mindestens berührt werden. Vor allem personenbezogene Nutzenargumente sind überzeugend.Sie legen Wert darauf, mit ihren Zweifeln und Vorbehalten aufgenommen zu werden. Gefragt sind Angebote für Alternativen oder Varianten, die Vorurteile abbauen.

    Hier klicken zum Weiterlesen ...

    Eine gelungene Präsentation macht das Publikum zu Teilnehmenden und aktiviert sie zum Diskurs. Präsentierende und Teilnehmende sind hier gleichermaßen Agierende. Präsentationsveranstaltungen bestehen deshalb zu gleichen Teilen aus Vortrag und Diskussionsrunde. Wer länger als 15 Minuten vorträgt, kann das Publikum schnell verlieren. Die Aktivität wird dann herausgefordert, wenn im Vortrag Kennziffern und Kriterien bereitgestellt werden. Sie ermöglichen ein eigenständiges Bewerten der angebotenen Lösungsvarianten.

    In Ihrem Buch „Lehren mit Erfolg“ gehen Sie auf die Planung und Steuerung von Lehrveranstaltungen ein. Was sind die Erfolgsfaktoren für eine gelungene Lehrveranstaltung?

    Erfolgsfaktoren für eine gelungene Lehre sind Aktivität der Lernenden und Offenheit der Dozent:innen, um angemessen diese Aktivität realisieren zu können.

    Lernende sind nicht nur Zuhörende, sondern vor allem Agierende. Die Dozierenden geben Impulse, beraten und moderieren. Im Mittelpunkt der Planung stehen die inhaltlichen und organisatorischen Maßnahmen, um die Aktivität der Lernenden auszulösen. Dazu gehört neben dem Vermitteln von Überblick und Orientierung vor allem das Vorbereiten zielführender Arbeitsaufträge für Einzel- oder gemeinschaftliche Lerntätigkeiten.

    Eine von der Aktivität der Lernenden geprägte Lehrveranstaltung ist durch Offenheit im Verlauf und im Ergebnis gekennzeichnet. Das setzt eine Risikobereitschaft der Dozierenden voraus! Der Lehrstoff ist begründet zu reduzieren. Dennoch kann nicht alles Geplante möglicherweise realisiert werden. Außerdem könnten Fragen der Lernenden Nichtwissen beim Lehrenden offenbaren. Doch Mut findet meist Anerkennung.

    Sowohl in „Wissenschaftliche Arbeiten“ als auch „Lehren mit Erfolg“ behandeln Sie das Thema „Konflikte bzw. schwierige Situationen beherrschen“. Welche Konfliktsituationen können auftreten und wie können diese gelöst werden?

    Konflikte entstehen durch das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Auffassungen und sind von hoher Emotionalität geprägt. Oft haben sich die Parteien nicht vergewissert, ob sie die gegenteilige Auffassung richtig verstanden, die nonverbale Reaktion richtig wahrgenommen haben.

    Beispiel: Ein Dozent nimmt wahr, dass ein Lernender sich geistig aus der Zusammenarbeit verabschiedet hat. Er fasst das als Desinteresse an sich und dem angebotenen Lehrinhalt auf. In seinem Deutungsmuster bedeutet Unaufmerksamkeit Ablehnung gegenüber dem Dozenten. Der Konflikt deutet sich an. Seine erste Reaktion: „Wenn Sie das hier nicht interessiert, können Sie uns gern verlassen.“ Ist das Verhalten des Lernenden wirklich auf Desinteresse zurückzuführen? Könnte eine Überforderung im Verständnis oder vielleicht gesundheitliche Probleme, berufliche oder familiäre Sorgen dahinterstehen? In einem solchen Fall fühlt sich der Lernende zu Unrecht öffentlich abgekanzelt und rüstet zum Gegenangriff. Der Konflikt ist ausgebrochen!

    Deshalb sollten Lehrende ihre Wahrnehmung überprüfen. Auch eine direkte Reaktion gehört nicht in die Öffentlichkeit. Besser wäre es, in einer Pause den Lernenden zu fragen: „Haben Sie mit mir oder meinem Lehrinhalt ein Problem?“ So besteht die Chance, die Ursache für das wahrgenommene Verhalten zu erfahren und angemessen zu reagieren.

    Weiterlesen
  4. Onboarding von Azubis oder "Gekommen, um zu bleiben"


    Ein Blick in den im Mai erschienenen Berufsbildungsbericht 2021 zeigt: Der Ausbildungsmarkt schrumpft! Sicher eine Folge der Corona-Pandemie, aber auch andere Ursachen spielen eine Rolle. „Bei den nahezu parallelen Rückgängen von Angebot und Nachfrage verbinden sich langfristige Trends mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie“ heißt es. Umso wichtiger ist es, die Auszubildenden zu halten und damit zur Stabilisierung des Ausbildungsmarktes beizutragen.

    Dietmar Hartmann ist Aus- und Weiterbildungspädagoge und Dozent für Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen von Auszubildenden und Ausbilder:innen für namhafte Unternehmen deutschlandweit und Autor des Buches "Ausbildung heute" vom expert verlag. Er spricht hier darüber, wie wichtig jetzt das richtige Onboarding der neuen Auszubildenden in den Betrieben ist:

    Was sind nach Ihrer Einschätzung die Gründe für die häufigen Ausbildungsabbrüche?

    Es gibt viele Gründe für Ausbildungsabbrüche. Mangelnde bzw. falsche Kenntnisse oder Vorstellungen über die Ausbildungsinhalte des gewählten Berufs. Teilweise auch der „Quantensprung“ aus der allgemeinbildenden Schule in die berufliche Ausbildung (längerer Anfahrtsweg, längere Arbeits-/Ausbildungszeiten, verändertes Umfeld, veränderte Regeln). Schlechte bzw. keine Einführung in die Ausbildung seitens des Ausbildungsbetriebes, mangelnde Sensibilisierung oder keine Zeit seitens des Ausbildungspersonals, keine „Azubi-Onboarding-Veranstaltung“!

    Warum ist es so wichtig, neue Auszubildende im Betrieb von Anfang an richtig zu integrieren?

    Um eben drohende Ausbildungsabbrüche zu vermeiden. An besten beginnt Integration schon vor der Ausbildung (Praktika, Schnupperarbeiten etc.). Weiterhin ist es enorm wichtig, den Übergang in das Berufsleben praxisnah, authentisch aber auch behutsam zu gestalten!

    Welche Ideen gibt es für Betriebe, den Onboarding-Prozess richtig einzuleiten?

    Wichtig ist es, Ausbildungspersonal zu schulen bzw. auf die kommende Generation vorzubereiten oder geeignete Mitarbeiter:innen zu finden, die auch motiviert und bereit sind, sich auszubilden. Einführungstage bzw. eine Einführungswoche (Teambuilding mit Mitarbeiter:innen und Azubis, offene Fragen klären, Berufsschule mit Lehrer:innen kennenlernen, Eltern integrieren, Inhalte und Anforderungen der Ausbildung kennenlernen sowie die Inhalte der Standardberufsbildpositionen des jeweiligen Ausbildungsberufes. Etablierung von Ausbildungspaten z. B. Azubis aus höheren Ausbildungsjahren. Das sind nur einige Punkte. Sicher gibt es noch weitere Möglichkeiten, den Onboarding-Prozess für die Auszubildenden richtig einzuleiten.

    Gibt es Unterschiede im Onboarding von Azubis zum Onboarding von erfahrenen Mitarbeiter:innen?

    Ja, auf jeden Fall. Die Azubis kennen den betrieblichen Alltag in all seinen Facetten noch nicht, deshalb ist es enorm wichtig, einen speziellen auf die Azubis zugeschnittenen (Generationengerecht) Onboarding-Prozess zu generieren.

    Weiterlesen
  5. Unsere Luft – Besser als ihr Ruf?

    Interview mit Autor Prof. Dr.-Ing. Norbert Metz über die Luftqualität in Deutschland 


    In Ihrem Titel fragen Sie: „Unsere Luft - deutlich besser als ihr Ruf?“

    Seit Jahren haben die Konzentrationen für Kohlenmonoxid, die Summe der Kohlenwasserstoffe, Benzol, die polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe, auch Benzo(a)pyren, Schwefeldioxid und Blei abgenommen und liegen weit unter den lufthygienischen Europäischen Grenzwerten. Seit wenigen Jahren werden auch die Grenzwerte für Feinstaub PM10 und PM2,5 unterschritten. Bei der kritischen Komponente NO2 zeigt sich seit Jahren nicht nur coronabedingt ein rückläufiger Trend. An verkehrsnahen Messstellen treten noch Überschreitungen auf, die in wenigen Jahren beendet sein werden. Die Spitzenwerte bei Ozon haben auch seit Jahren abgenommen. Die Luftqualität ist also definitiv besser geworden.

     

    Tatsächlich ist die Luftqualität in vielen Parametern gestiegen. Woran liegt das Ihrer Erfahrung nach?

    Die Ingenieure der Fahrzeughersteller sowohl bei den Pkw als auch bei den Nutzfahrzeugen konnten weitere technische Verbesserungen entwickeln und umsetzen. Das neue Testverfahren bei der Typprüfung hat jetzt die Abgasemissionen bei Pkws und Lieferfahrzeugen auch im realen Fahrbetrieb, bei tieferen Temperaturen und der Einbeziehung der Nebenaggregate, z.B. Klimaanlage abgesenkt. Die Penetration neuer Fahrzeuge mit minimalen Abgasemissionen und das Ausscheiden älterer Fahrzeuge verbessert laufend den Flottendurchschnitt im Hinblick auf Abgasemissionen und Kraftstoffverbrauch. Auch die weiteren behördlichen Maßnahmen wie Umweltzonen, Luftreinhaltepläne, situationsgemäße Geschwindigkeitsbeschränkungen haben dazu beigetragen. Ein coronabedingtes leicht geringeres Verkehrsaufkommen in den Städten hat eine Verstetigung des Verkehrsflusses bewirkt und damit die Abgasemissionen weiter verringert. Eventuell hat auch das Umweltbewusstsein bei einzelnen Bürgern dazu beigetragen.

     

    An welchen Punkten müsste die Gesetzgebung Ihrer Meinung nach ansetzen, um die Luft weiter zu verbessern?

    Die bereits beschlossenen Maßnahmen machen sich bereits bemerkbar. Weitere Verbesserungen wären Anreize zum Nachrüsten älterer Fahrzeuge, Weitere Maßnahmen zur Vermeidung von Stop-and-Go-Phasen, Intelligentere vernetzte Ampelschaltungen, Vergleichmäßigung des Verkehrsflusses, finanzielle Anreize zum Nutzen von verkehrsärmeren Zeiten in der rush-hour, mehr Vorteile bieten für Autofahrer mit abgasarmen Fahrzeugen, attraktivere Anreize zum Nutzen des ÖPNV, Maßnahmen zur Verringerung der Pendler (kürzere Wege zwischen Arbeit und Wohnen) durch bezahlbares Wohnen am Stadtrand, Maßnahmen zur Verringerung von Fahrten zur Arbeit (Home-office-Boni).

     

    Wird die Forcierung der E-Mobilität durch den Gesetzgeber in den nächsten zehn Jahren für bessere Luft sorgen?

    Der Gesetzgeber sollte nicht eine Technologie vorschreiben, sondern entsprechende Grenzwerte erlassen. Das würde den Ingenieuren ermöglichen alternative Lösungen zu entwickeln, z B. Wasserstofffahrzeuge oder Lösungen mit alternativen Kraftstoffen. Das hat sich vor 30 Jahren bei der Einführung des Katalysators auch bewährt. Jede abgasarme Form der Mobilität – auch die E-Mobilität – verbessert die Luftqualität auch an verkehrsnahen Messstellen. Situativ müssen auch weitere Emissionsquellen, wie Baufahrzeuge, der Hausbrand, Kraftwerke und Industriebetriebe im Auge behalten werden.

     

    Woran liegt es Ihrer Meinung nach, dass die Fakten und die Meinungen zur Luftqualität so eklatant auseinanderklaffen?

    Ein Grund könnte sein, dass die Berichterstattung in den Medien die komplexen Zusammenhänge zwischen der lokal entstehenden Emission, dem Beitrag von durch Ferntransport beteiligten Emissionen, den Einflüssen meteorologischer Parameter, chemischen Umwandlungen nicht verständlich genug dem interessierten Bürger darlegt. Die Medien könnten auch auf die Erfolge bei den oben erwähnten Abgaskomponenten hinweisen bevor sie den Fokus auf die noch notwendigen Verbesserungen bei den kritischen Problemen legen. In Einzelfällen ist ein Fortschritt bei der objektiven Berichterstattung zu erkennen. Die Messung der Luftqualität an verkehrsnahen Messstellen erzeugt den Eindruck, dass die Luft generell überall schlecht ist und dass der Straßenverkehr daran schuld ist.

    Weiterlesen