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  1. Heinrich-Böll-Preis für unseren Autor José F.A. Oliver


    Im Gedenken an einen der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Nachkriegszeit und Literaturnobelpreisträger des Jahres 1972 vergibt die Stadt Köln den seit 1985 nach Heinrich Böll benannten Literaturpreis. Er ist mit 30.000 Euro dotiert

    Zu den bisher Ausgezeichneten gehören Menschen wie zum Beispiel Hans-Magnus Enzensberger, Elfriede Jelinek, Dieter Wellershoff, Alexander Kluge, Eva Menasse oder Herta Müller.

    Der Preisträger des Jahres 2021, José F. A. Oliver, wird am 26. November 2021 im Historischen Rathaus mit dem Heinrich-Böll-Preis 2021 ausgezeichnet. Die Jury entschied sich in ihrer Sitzung am 21. Mai 2021 für den in Hausach im Schwarzwald geborenen Schriftsteller andalusischer Herkunft.

    Die Jury begründet ihre Entscheidung damit das José F. A. Oliver „zu den herausragenden Lyrikern und Essayisten unserer Zeit“ gehört. „Die Sprachmagie seiner Verse sowie seiner Prosa, die ein Alphabet aus Aufbruch und Ankunft deklinieren, sind von analytischer Prägnanz, fein durchdacht und dabei von haptischer Lebenslust durchzogen!“

    José F. A. Oliver ist Autor unserer Reihe „Dialoge im Deutschunterricht“, einer Literaturdidaktik-Reihe für Lehrkräfte mit Konzepten für die Unterrichtspraxis. Es geht dabei um die sinnvolle und gezielte Einbindung von Literatur in den Deutschunterricht aller Schularten und Altersstufen. Sein aktuelles Werk zu diesem Thema ist in unserem Narr Francke Attempto Verlag erschienen und trägt den Titel „Unterrichtswelten – Dialoge im Deutschunterricht“.

    Der ganze Verlag gratuliert dem Autor zu dieser ehrenvollen Auszeichnung.

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  2. Deutscher Verlagspreis 2021: Wir sind Preisträger!

    Große Freude in unserem Verlagssitz in Tübingen-Hirschau: Der Narr Francke Attempto Verlag ist mit einem der drei undotierten Deutschen Verlagspreise 2021 ausgezeichnet worden. Ein undotiertes Gütesiegel gibt es jeweils für drei Verlage, deren durchschnittlicher Jahresumsatz drei Millionen Euro übersteigt.

    Monika Grütters erklärt zur Preisverleihung: „Mit ihrem Gespür für Leserinnen und Leser und dem eigenen Kopf für Themen auch jenseits der ausgetretenen Pfade sorgen die unabhängigen Verlage für eine einzigartige Vielfalt auf dem deutschen Buchmarkt. Gerade in diesen Zeiten der Krise haben sie echten Mut zum unternehmerischen Risiko bewiesen. Dieses Engagement für das Kulturgut Buch verdient unsere besondere Anerkennung!“

    Die Preisverleihung an die insgesamt 66 ausgezeichneten Verlage findet am 1. Juli 2021 um 18 Uhr in Anwesenheit von Staatsministerin Monika Grütters in den Münchner Kammerspielen statt. Entscheidende Kriterien für die Auswahl durch die unabhängige Fachjury sind – neben einem überzeugenden Verlagsprogramm – das kulturelle Engagement der Bewerberinnen und Bewerber, die Umsetzung neuartiger Projekte oder eine außerordentlich hohe Qualität der verlegerischen Arbeit.

    Der Jury unter Vorsitz der Germanistin und Literaturkritikerin Insa Wilke gehören an:

    • Die Literaturübersetzerin Patricia Klobusiczky,
    • Der Leiter Business Development der Frankfurter Buchmesse Lars Birken-Bertsch,
    • der Buchhändler und Bookstagrammer Florian Valerius,
    • der Ressortleiter des Feuilletons der FAZ Hannes Hintermeier,
    • der freie Hersteller und Buchgestalter Hans-Heinrich Ruta und
    • der Leiter des Literaturhauses Hamburg Rainer Moritz.

    Unsere Gratulation an die Mitausgezeichneten, unser Dank an die Jury – und unsere Freude an unsere Leser:innen über die Anerkennung unseres Programms!

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  3. Politikwissenschaft \ 4 aktuelle Fragen an Dr. Philipp Adorf


    Wie verändert eigentlich die Corona-Krise Ihren persönlichen Arbeits- und Lehralltag?

    Die Krise bringt Herausforderungen aber auch die Chance, für eine bessere und effektivere Lehre die Weichen zu stellen. Sie zwingt Lehrende neue Wege zur Vermittlung von Informationen und Lerninhalten zu finden und die Studierenden noch stärker über digitale Methoden einzubinden. Der potenzielle Wegfall von Präsenz-veranstaltungen muss somit nicht unbedingt von Nachteil sein. Livestreams oder die Möglichkeit zu frei ausgewählten Zeitpunkten Vorträge und Podcasts zu konsumieren, können zur Folge haben, dass ein größerer Anteil der Studierenden die Inhalte der Seminare aufnimmt.

    Was ist die gravierendste Veränderung durch das Virus auf die derzeitige politische Lage in den USA?

    Direkt betroffen sind die Vorwahlen der Demokraten, die in bestimmten Einzelstaaten verschoben wurden. Da Joe Biden jedoch dank der Ergebnisse des „Super Tuesday“ und der darauffolgenden Wochen einen großen Vorsprung bei den Delegierten erworben hat, besitzt dies nur geringen Einfluss auf den schlussendlichen Ausgang. Die Krise hat als dominantes Thema des Wahljahres 2020 sicherlich einen „Make or Break“-Effekt bezüglich der Wiederwahlchancen Donald Trumps. Hat sich die Wirtschaft bis zum 4. Quartal wieder erholt und sollte das US-Gesundheitssystem die Herausforderungen meistern, könnte Trump als effektiver Krisenmanager den Wahlkampf bestreiten. Eine langwierige Rezession wird hingegen Trumps „Trumpfkarte“ der niedrigen Arbeitslosigkeit sowie des wirtschaftlichen Erfolges und Wachstums unbrauchbar machen. Joe Bidens Argument, dass dank seiner Erfahrung das Land in unsicheren Zeiten unter seiner Führung in sicheren Händen wäre und seine Präsidentschaft eine Rückkehr zur Normalität darstellen würde, könnte sich andererseits gerade inmitten der schlimmsten Pandemie der letzten 100 Jahre als entscheidender Faktor bei der Wählergewinnung herausstellen.

    Kann man bereits jetzt erahnen, wie sich durch die Pandemie die politische Landschaft in den USA dauerhaft verändern wird?

    Nach der letzten großen Wirtschaftskrise bildete sich auch als Reaktion auf die unter Präsident George W. Bush verabschiedeten staatlichen Hilfsmittel innerhalb der Republikanischen Partei die Tea Party. Sie schrieb sich unter anderem eine resolute und kompromisslose Verteidigung des „Small Government“ auf die Fahnen. Unter Präsident Trump scheinen nicht erst seit den jüngst verabschiedeten Notfallmaßnahmen die „Defizitfalken“ in der Republikanischen Partei zu einer bedrohten Spezies geworden zu sein. Hier besteht Potenzial für zukünftige innerparteiliche Konflikte, insbesondere wenn das momentan existierende übergeordnete Ziel des Erfolges in einem Wahljahr nicht mehr vorhanden ist.
    Sollte die Krise gerade auch dank der in Washington verabschiedeten Hilfspakete gemeistert werden, so könnten am anderen ideologischen Ufer die Demokraten ihrerseits die massive staatliche Intervention als Argument für einen beständigen „starken Staat“ aufgreifen – in der Hoffnung, dass die Wählerschaft staatlichen Programmen freundlicher gestimmt ist. Somit könnte der linke Flügel der Partei in sozialpolitischen Fragen weiter an Einfluss gewinnen.

    Gehen Sie in Ihrem Buch „Die Republikanische Partei in den USA“, auch wenn Sie es vor dem Corona-Ausbruch geschrieben haben, auf Thematiken ein, die für die aktuelle Situation relevant und nützlich sind?

    Ein Faktor, der die amerikanische Politik dominiert, ist der Polarisierungsgrad zwischen den beiden Parteien, der vornehmlich der im Buch erörterten ideologischen Radikalisierung der Republikaner geschuldet ist. Die grundsätzlich unterschiedlichen Werte und Ziele lassen sich nicht nur im Kongress, sondern ebenso auf der Ebene der Wählerschaft vorfinden. Demokraten und Republikaner leben in verschiedenen Welten mit verschiedenen Realitäten. Dies hat in der Krise dazu geführt, dass Republikanische Wähler lange die Ansicht vertraten, drastische Schritte gegen das Virus seien nicht notwendig – ganz im Gegenteil waren sie oftmals der Auffassung, die Kritik auf die Maßnahmen der Trump-Regierung sei nicht viel mehr als ein weiterer Versuch des (medialen) Mainstreams, Präsident Trump zu schaden. Das seit Jahrzehnten durch Republikanische Politiker bei ihrer Wählerschaft genährte Misstrauen gegenüber Medien und Experten ist ein Faktor, der für die schleppende Reaktion der amerikanischen Bundesbehörden auf die Epidemie mitverantwortlich ist.

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