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  1. Lesestoff für’s Wintersemester

    Lesestoff für’s Wintersemester

    Endlich sind sie da, unsere Novitäten für’s zweite Halbjahr 2022!

    Hier ist sicher für jedes Semester was dabei. Viel Spaß beim Stöbern unter www.narr.de/vorschau!

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  2. Die 5 häufigsten Fehler bei der Studienwahl



    Die Abitur-Prüfungen in Deutschland sind größtenteils abgeschlossen. Schüler und Eltern interessiert momentan vor allem: Wie geht es nach dem Abitur weiter? Und welches Studienfach kommt für mich/unser Kind in Frage? Unsere beiden Autor:innen Sandra Stankjawitschjute und Holger Walther stellen als kleinen Vorgeschmack zu ihrem neuen Buch „Abi, was nun?“ die 5 häufigsten Fehler bei der Studienwahl vor:

    Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt:

    Fehler 1: Ich mache aus einem Leistungskurs (oder Lieblingsfach) ein Studienfach

    Ein guter Abischnitt insgesamt ist eine gute Prognose für ein erfolgreich absolviertes Studium. Doch so ein positiver Zusammenhang besteht zwischen einem Schulfach und dem gleichnamigen Studiengang nicht: Da ein Studium theoretisch-wissenschaftliche Schwerpunkte hat, geht es etwa bei Mathe nicht mehr um „Rechnen mit Zahlen“, sondern vielmehr um Gleichungen mit unbekannten Variablen oder theoretische Überlegungen, ob es eine „Null“ oder die „Unendlichkeit“ wirklich gibt und wie wir das beweisen können.

    Fakt ist dann aber zum Glück doch: Durch einen Leistungskurs bringt man sicher einige hilfreiche Grundlagen mit ins Studium und zusätzlich eine Affinität für die Naturwissenschaften.

    Fehler 2: Ich studiere, was ich mit meinem Abischnitt wegen eines Numerus Clausus studieren kann

    Hier gibt es zwei Phänomene: Mit einem tollen Abi wäre es doch Verschwendung, wenn ich etwas – sagen wir mal Leichteres – studiere oder „nur“ eine Ausbildung mache. Weil ich einen hohen NC in Psychologie knacken kann, ist das aber noch lange kein Grund, dies zu studieren. Und das andere Phänomen bedeutet: Ich nehme etwas, was ich mit meinem (vielleicht schlechterem) Abischnitt garantiert bekommen kann. Sie sehen: In beiden Fällen werden die persönlichen Interessen, Fähigkeiten und Wünsche ignoriert.

    Zum Autor Holger Walther: Ich hatte im Abi eine 3,0 – auch damals schon keine direkte Eintrittskarte für Psychologie. Ich habe aber alles versucht und dann einen Studienplatz durch ein Losverfahren bekommen. Und bin mit meinem Beruf seit über 35 Jahren zufrieden. Denn er entspricht zutiefst meinen Interessen.

    Und aus unserer Erfahrung in den Beratungen:

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    Fehler 3: Die Illusion der „richtigen“ Entscheidung

    Obwohl es auch im Buchtitel steht: „Das richtige Studium finden“ klären wir im Ratgeber gleich zu Beginn auf, dass es wohl besser wäre, eine „gute“ Entscheidung zu fällen. Was meinen wir damit?

    Erst durch eine Sammlung der eigenen Interessen, Fähigkeiten und Wünsche (ja, auch Träume!) und Wertvorstellungen, sowie konkreter Informationen (statt Vermutungen und Hörensagen) über wirkliche Inhalte der Studiengänge und Berufsaussichten, können wir eine „zum jetzigen Zeitpunkt gute Entscheidung“ fällen. Niemand kann garantieren, dass wir auch in 30 Jahren damit noch zufrieden sein werden: Wer weiß denn schon, was wirklich in 30 Jahren sein wird? Doch damals, als ich mich entschied, war alles gut überlegt und passte.

    Fehler 4: Wenn Eltern sagen: „Mach, was du denkst – wir stehen immer hinter dir!“

    Und mit dem Zusatz, man soll ja selbst damit glücklich werden, begründen vor allem Eltern, sich nicht einmischen zu wollen. Doch Unentschiedene vermissen das und empfinden die ausbleibenden Meinungen als Desinteresse! Schließlich ist unser Umfeld – und eben auch Eltern und Geschwister – tatsächlich wichtige Ideengeber und Orientierungshilfen!

    Erst solche Bemerkungen, wie „Du programmierst doch gern am PC – mach doch Informatik.“ oder „Werde bloß nicht auch noch Lehrer. Du siehst doch, wie genervt deine Eltern aus der Schule kommen.“ ermöglichen es uns, eine eigene Position zu finden, nämlich Zustimmung oder Abgrenzung. Fehlen solche Statements der anderen, ist es schwer, sich eine eigene Meinung zu bilden.

    Fehler 5: Was bei anderen funktioniert, wird auch für mich gut sein

    Grundsätzlich sind wir ja offen für die Erfahrungen und Tipps der Anderen. Und bei einem guten Kinofilm oder einem tollen Reiseziel kann man ruhig überlegen, das auch mal zu machen. Weil es nicht wirklich schlimm ist, wenn es am Ende doch nicht unser Geschmack war. Das geht aber nicht bei der Studienwahl. Weil es nicht automatisch bei uns passt, nur weil andere damit gute Erfahrungen gemacht haben. Auch hier gilt: Nimm die Erfahrungen und Meinungen der anderen gern als Ideengeber. Da kann schließlich auch was Passendes dabei sein. Überprüfe das aber immer mit deinen eigenen Interessen, Fähigkeiten und Wünschen.

    Die Autoren:

    M.Sc. Sandra Stankjawitschjute und Dipl.-Psych. Holger Walther sind approbierte Psychotherapeut:innen und arbeiten gemeinsam in der Psychologischen Beratungsstelle der Humboldt-Universität zu Berlin.

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