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  1. Welchen Wert hat die Veranstaltungsfläche in meinem Hotel?

    In vielen Häusern dienen die Veranstaltungsflächen lediglich dazu, zusätzliche Zimmerbuchungen zu generieren. Anforderungen und Veranstaltungsformate haben sich allerdings, nicht nur durch Corona, durchaus verändert.

    In ihrem gerade erschienenen Fachbuch "Revenue Management im MICE" gehen Birgit Haake und Prof. Dr. Nicola Zech auf diese Veränderungen ein und geben Tipps für eine Steigerung der Wertschöpfung durch die effektivere Nutzung der Veranstaltungsflächen.

    Bei der Planung und Konzeption von Events sind die Planenden zunehmend weniger bereit, Garantien von Zimmerkontingenten und die damit verbundenen Risiken zu übernehmen. In den Hotels ist es also nur folgerichtig, diese Trennung von "Bett" und "Stuhl" ebenfalls zu vollziehen und die Veranstaltungsflächen als eigene Profitcenter zu betrachten. Die Steigerung des Ertrages pro verfügbarer Veranstaltungskapazität, der Ertrag pro Quadratmeter und Teilnehmer sowie die optimale Auslastung der einzelnen Veranstaltungsräume stellen komplexe Herausforderungen dar. Hier ist konsequente Revenue-Management-Disziplin gefragt.

    Die Basis dazu sind eindeutige und klare Datenstrukturen. Die korrekte Verwendung der einzelnen Datentypen erleichtert es, die Nachfrage zu verstehen und damit genauere Prognosen zu treffen. Neben den reinen Veranstaltungskapazitäten im Hotel sind auch Teilnehmer und Zeit wesentliche Faktoren. Eine Auslastung der Veranstaltungsflächen im Hotel zu 100% stellt zunächst noch keinen Erfolg dar.

    Birgit Haake und Prof. Dr. Nicola Zech geben wertvolle Tipps und zeigen die erforderlichen Schritte zur Optimierung des Erfolges bei der Vermarktung der Veranstaltungsflächen auf. Das Buch führt in das Thema Revenue-Management im MICE Bereich ein und vermittelt die wesentlichen Grundlagen. Es zeigt zudem praktisch umsetzbare Methoden und Instrumente und erklärt die wesentlichen Kennzahlen. Es ist deswegen sowohl für Profis in der Tagungshotellerie, in Eventlocations und Veranstaltungs- und Messezentren, als auch für Studierende im Tourismus- oder Hospitality-Management eine echte Empfehlung.  

    Birgit Haake ist Beraterin und Trainerin im Revenue Management. Sie lehrt u.a. an der IU Internationale Hochschule (Campus München und Leipzig).
    Prof. Dr. Nicola Zech ist Fachgebietsleiterin Tourism, Hospitality & Event für die IU Internationale Hochschule (Campus München).

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  2. Tourismus \ 4 aktuelle Fragen an Prof. Dr. Kerstin Heuwinkel


    Wie verändert eigentlich die Corona-Krise ihren persönlichen Arbeitsalltag?

    Eigentlich stand in diesem Sommersemester mit Beginn am 1. April ein Forschungssemester in Kapstadt an. Es ging thematisch um „Female Empowerment in Tourism“. Aufgrund der Reisebeschränkungen musste ich dieses Vorhaben verschieben und werde ab nächster Woche Vorlesungen anbieten – allerdings online via Moodle und Microsoft Teams. Dementsprechend viel Zeit verbringe ich aktuell damit, meine Skripte zu erweitern und zu vertonen. Hinzu kommt, dass es momentan die Trennung zwischen Beruf und Familie nicht gibt, da die Kinder keine Schule haben und zuhause betreut werden müssen.

    Was ist aus Ihrer soziologischen Perspektive die gravierendste Veränderung auf den Tourismus durch das Virus?

    Kurz- und mittelfristig gesehen wird vielen Menschen bewusst werden, wie tief verwoben das Reisen mit ihrem Leben ist. Die Selbstverständlichkeit, mit der wir über Jahrzehnte gereist sind, ist verschwunden und wir werden uns über jeden Ausflug freuen. Viele Unternehmen werden die Krise nicht überstehen. Langfristig bleibt abzuwarten, ob die beschriebene Wertschätzung auch dazu führt, dass im Tourismus tätige Personen stärker geschätzt werden. Wichtig wäre es, bereits jetzt an veränderten Angeboten und Strukturen zu arbeiten.

    Kann man bereits jetzt erahnen, in welche Richtung sich der Tourismus durch die Pandemie dauerhaft verändern wird?

    Das ist kaum zu beantworten, da diese weltumfassende Krise einmalig ist. Bisher hat sich der Tourismus jedoch von allen Krisen erholt.

    Gehen Sie in Ihrem Buch „Tourismussoziologie“, auch wenn Sie es vor dem Ausbruch der Corona-Infektion geschrieben haben, auf Aspekte ein, die für die aktuelle Situation nützlich sind?

    Ja. In Kapitel 4.1 gehe ich auf Bedrohungen ein. Die Aussagen können übernommen werden. Ich beziehe mich darauf, wie Menschen auf Krisen reagieren und wie Tourismus als System reagiert.

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