Falk Bretschneider

Gefangene Gesellschaft

Eine Geschichte der Einsperrung in Sachsen im 18. und 19. Jahrhundert
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Wie entstand die moderne Freiheitsstrafe? War sie das Ergebnis einer sich überall ausbreitenden ominösen Disziplinarmacht? Und waren die seit der Frühen Neuzeit entstehenden Zuchthäuser und Strafanstalten abgeriegelte «totale Institutionen», in denen sich das Leben nur nach vorgegebenen Regeln bestimmte?

Solchen Fragen geht Falk Bretschneiders Studie nach. Sie untersucht gesellschaftliche Diskurse und Veränderungen des Rechts ebenso wie institutionelle Praktiken, durch die es gelang, die Anstalten über die Zeit hinweg zu verstetigen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Alltag der Einsperrung und seinen materiellen Voraussetzungen: Das Zusammenleben von Insassen und Personal wird als ein von Verflechtungen geprägtes soziales Miteinander geschildert, zu dem Gewaltausübung und Zwang ebenso gehörten wie sexuelle Kontakte, Tauschbeziehungen, Aneignungen und Überschreitungen von Strukturen und Grenzen, Widerstand und kreative Umgehungen aufgestellter Regeln.

In der Einsperrung, so das Ergebnis der Analyse, wurde unter den spezifischen Bedingungen eines institutionellen Ordnungsarrangements und unter der Voraussetzung ungleich verteilter Handlungschancen Macht behauptet und bestritten, Herrschaft ausgeübt und bezweifelt, diszipliniert und eigensinnig gelebt. Hier fand «gefangene Gesellschaft» statt.
Wie entstand die moderne Freiheitsstrafe? War sie das Ergebnis einer sich überall ausbreitenden ominösen Disziplinarmacht? Und waren die seit der Frühen Neuzeit entstehenden Zuchthäuser und Strafanstalten abgeriegelte «totale Institutionen», in denen sich das Leben nur nach vorgegebenen Regeln bestimmte?

Solchen Fragen geht Falk Bretschneiders Studie nach. Sie untersucht gesellschaftliche Diskurse und Veränderungen des Rechts ebenso wie institutionelle Praktiken, durch die es gelang, die Anstalten über die Zeit hinweg zu verstetigen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Alltag der Einsperrung und seinen materiellen Voraussetzungen: Das Zusammenleben von Insassen und Personal wird als ein von Verflechtungen geprägtes soziales Miteinander geschildert, zu dem Gewaltausübung und Zwang ebenso gehörten wie sexuelle Kontakte, Tauschbeziehungen, Aneignungen und Überschreitungen von Strukturen und Grenzen, Widerstand und kreative Umgehungen aufgestellter Regeln.

In der Einsperrung, so das Ergebnis der Analyse, wurde unter den spezifischen Bedingungen eines institutionellen Ordnungsarrangements und unter der Voraussetzung ungleich verteilter Handlungschancen Macht behauptet und bestritten, Herrschaft ausgeübt und bezweifelt, diszipliniert und eigensinnig gelebt. Hier fand «gefangene Gesellschaft» statt.

Autoreninformation:
Falk Bretschneider ist Maître de conférences an der Ecole des hautes études en sciences sociales (EHESS) in Paris. Mit der vorliegenden Arbeit promovierte er 2005 dort und an der Philosophischen Fakultät der Technischen Universität Dresden.
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ISBN 978-3-89669-624-3
EAN 9783896696243
Höhe 217
Breite 145
Dicke 37
Ausgabename 50624
Verlag UVK Verlag
Autor Falk Bretschneider
Erscheinungsdatum 01.10.2008 00:00:01
Lieferzeit 1-3 Tage
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