Marcel Krings

Goethe, Flaubert, Kafka und der schöne Schein

Zur Kritik der Literatursprache in den "Lehrjahren", der "Education sentimentale" und im "Verschollenen"
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Alle Literatur arbeitet mit begrifflich vermitteltem Schein, der Sachverhalte bildhaft vor Augen stellt. Keineswegs muss er dabei wahrheitsgetreu verfahren: Gerade der schöne Schein kann auch für Strategien des make believe nutzbar gemacht werden. In Goethes "Lehrjahren", Flauberts "Education sentimentale" und Kafkas "Verschollenem" weist die Studie erstmals das Verfahren einer doppelten Buchführung nach, die dem exoterischen Schein der Textoberfläche nicht glaubt, ihn durchstreicht und auf ein esoterisch Gemeintes durchsichtig macht. Indem die Texte, deren Verfasser sich als literarische Vorbilder begriffen, dabei in ihrer Filiation betrachtet werden, schließt die Arbeit zugleich eine Forschungslücke und belegt zum Einen, dass die bilderkritische Negativität der Weimarer Klassik noch die Prosa der Moderne grundiert. Zum Anderen bietet die Studie eine neue Deutung der Romane, die zeigt, in welchem Maße der schöne Schein bisherige Lesarten bestimmte und welche Thematik sich eigentlich hinter ihm und seinen Bildern verbirgt.
Alle Literatur arbeitet mit begrifflich vermitteltem Schein, der Sachverhalte bildhaft vor Augen stellt. Keineswegs muss er dabei wahrheitsgetreu verfahren: Gerade der schöne Schein kann auch für Strategien des make believe nutzbar gemacht werden. In Goethes "Lehrjahren", Flauberts "Education sentimentale" und Kafkas "Verschollenem" weist die Studie erstmals das Verfahren einer doppelten Buchführung nach, die dem exoterischen Schein der Textoberfläche nicht glaubt, ihn durchstreicht und auf ein esoterisch Gemeintes durchsichtig macht. Indem die Texte, deren Verfasser sich als literarische Vorbilder begriffen, dabei in ihrer Filiation betrachtet werden, schließt die Arbeit zugleich eine Forschungslücke und belegt zum Einen, dass die bilderkritische Negativität der Weimarer Klassik noch die Prosa der Moderne grundiert. Zum Anderen bietet die Studie eine neue Deutung der Romane, die zeigt, in welchem Maße der schöne Schein bisherige Lesarten bestimmte und welche Thematik sich eigentlich hinter ihm und seinen Bildern verbirgt.

Inhalt:
1. Einleitung
2. "Hokuspokus" und "Mystifikationen". Zur Kritik der ästhetischen Bilder in Goethes Lehrjahren
3. "En haine du réalisme". Die zwei Seiten des style in Flauberts Education sentimentale
4. "Mißverstehe die Sachlage nicht." Doppelte Buchführung und 'neues Judentum' in Kafkas Verschollenem
5. Schlussbetrachtung
Siglen und Abkürzungen
Bibliographie
Register

Autoreninformation:
PD Dr. Marcel Krings studierte Germanistik und Romanistik an den Universitäten Heidelberg, Paris III und IV sowie an der École Normale Supérieure (Paris). Promotion zum Dr. phil. und Docteur ès lettres. Er ist Akademischer Oberrat am Germanistischen Seminar der Universität Heidelberg.
Mehr Informationen
ISBN 978-3-7720-8597-0
EAN 9783772085970
Seiten 489
Format gebunden
Ausgabename 38597-1
Verlag A. Francke Verlag
Autor Marcel Krings
Erscheinungsdatum 12.09.2016
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