Philipp Weiß

Homer und Vergil im Vergleich

Ein Paradigma antiker Literaturkritik und seine Ästhetik
Sofort lieferbar
88,00 € inkl. Steuer
Der Vergleich mit Homer bestimmt das Bild Vergils in der Literaturgeschichte bis in die Gegenwart. Schon in der Antike waren "Ilias" und "Odyssee" die wichtigsten Bezugspunkte, wenn es darum ging, Vergils dichterische Leistung zu taxieren. Dabei reichte das Spektrum vom simplen Vorwurf des Homerplagiats bis hin zur Anerkennung künstlerischer Eigenständigkeit beim 'imitator' Vergil, der an die Stelle homerischer 'simplicitas' den Gedanken der 'ars', also der ästhetisch gleichwertigen dichterischen Umarbeitung der Vorbildstelle, setzt. Dieser Band zeichnet unter Rekonstruktion ihrer jeweiligen ästhetischen Prinzipien die Antworten nach, die Seneca d. Ä., Gellius und Macrobius auf die Homer-Vergil-Frage gefunden haben. Die detaillierte Untersuchung über diesen speziellen Fall eines Autorenvergleichs ist eingebettet in die allgemeinere Fragestellung nach den Methoden und vor allem der Funktion komparativer Lektüre in der Antike überhaupt.
Der Vergleich mit Homer bestimmt das Bild Vergils in der Literaturgeschichte bis in die Gegenwart. Schon in der Antike waren "Ilias" und "Odyssee" die wichtigsten Bezugspunkte, wenn es darum ging, Vergils dichterische Leistung zu taxieren. Dabei reichte das Spektrum vom simplen Vorwurf des Homerplagiats bis hin zur Anerkennung künstlerischer Eigenständigkeit beim 'imitator' Vergil, der an die Stelle homerischer 'simplicitas' den Gedanken der 'ars', also der ästhetisch gleichwertigen dichterischen Umarbeitung der Vorbildstelle, setzt. Dieser Band zeichnet unter Rekonstruktion ihrer jeweiligen ästhetischen Prinzipien die Antworten nach, die Seneca d. Ä., Gellius und Macrobius auf die Homer-Vergil-Frage gefunden haben. Die detaillierte Untersuchung über diesen speziellen Fall eines Autorenvergleichs ist eingebettet in die allgemeinere Fragestellung nach den Methoden und vor allem der Funktion komparativer Lektüre in der Antike überhaupt.

Inhalt:
Vorwort

1. Einleitung
1.1 Die Verhandelbarkeit des Kanons: Vier spätantike Epigramme zur Einführung
1.2 Fragestellung, forschungsgeschichtliche Einordnung und Methode
1.3 Die Synkrisis in der antiken Praxis und Theorie im Überblick

2. Frühe Spezialschriften gegen den „Plagiator“ Vergil
2.1 Die obtrectatores Vergilii in der Nachfolge der Homerkritiker (VSD 43–46)
2.2 Die Plagiatsvorwürfe gegen Vergil
2.3 Zusammenfassung

3. Seneca d. Ä., Suasoriae und Controversiae
3.1 Klassizistische imitatio-Konzeption und Plagiatsbegriff bei Seneca d. Ä.
3.2 Vergil im Vergleich mit seinen Vorbildern nach dem Kriterium der Glaubwürdigkeit
3.3 Zusammenfassung

4. Gellius, Noctes Atticae
4.1 Die Synkrisis als literaturkritische Kleinform in den Noctes Atticae
4.2 Parthenios und Homer als polare Bezugsgrößen für die Bewertung Vergils (Gell. 13, 27)
4.3 Ein bloßgestellter Kritiker: Probus über das Auftrittsgleichnis der Dido (Gell. 9, 9, 12–17)
4.4 Zusammenfassung

5. Macrobius, Saturnalia
5.1 Der Homer-Vergil-Vergleich bei Macrobius
5.2 Homer und Vergil in Sat. 5: Synkrisis und struktureller Vergleich
5.3 Zusammenfassung

6. Der Vergleich mit Homer im Kontext der Kanonisierung Vergils

Gliederung zu den Büchern 5–6 der Saturnalia

Übersicht über die Vergilparallelen in Sat. 5, 2 – 6, 9
Bucolica
Georgica
Aeneis

Index der behandelten Textstellen
Literaturverzeichnis

Autoreninformation:
Philipp Weiß ist derzeit Referendar für den wissenschaftlichen Bibliotheksdienst an der Bayerischen Staatsbibliothek in München.
Mehr Informationen
ISBN 978-3-8233-8110-5
EAN 9783823381105
Seiten 392
Format kartoniert
Ausgabename 18110-1
Verlag Gunter Narr Verlag
Autor Philipp Weiß
Erscheinungsdatum 12.06.2017
Lieferzeit 1-3 Tage
Eigene Bewertung schreiben
Sie können nur im eingeloggten Zustand eine Bewertung verfassen. Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren sich