Johannes Brachtendorf

Jüdische Philosophie von Philo bis Levinas

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Das Buch bietet einen Überblick über die jüdische Philosophie von ihren Anfängen bis zur Gegenwart. Es stellt die bedeutendsten jüdischen Denker der Antike, des Mittelalters, der Aufklärung und des 20. Jahrhunderts ausführlich dar und erklärt ihre Thesen. So entsteht ein repräsentatives Gesamtbild der Philosophie des Judentums. Auch ihr Verhältnis zum Christentum wird erörtert.
Das Buch liefert einen Überblick über die jüdische Philosophie von ihren Anfängen bis zur Gegenwart. Es stellt die bedeutendsten jüdischen Denker der Antike (Philo von Alexandria), des Mittelalters (Yehuda Halevi, Moses Maimonides), der Aufklärung (Spinoza, Moses Mendelssohn) und des 20. Jhs. (Hermann Cohen, Franz Rosenzweig, Martin Buber, Emmanuel Levinas) ausführlich dar und diskutiert ihre Thesen.
So entsteht ein repräsentatives Gesamtbild jüdischen Denkens in seiner Vielschichtigkeit und seiner historischen Entwicklung. Zudem wird deutlich, wie dieses Denken die europäische Philosophie im Ganzen immer wieder herausgefordert und vorangetrieben hat. Systematische Schwerpunkte sind das Verhältnis von Vernunft und Offenbarung, das Wesen Gottes, das jüdische Gesetz, die politische Theologie und der Zionismus. Auch das Verhältnis des Judentums zum Christentum wird erörtert.

Inhalt:
Einleitung

1 Philo von Alexandria
1.1 Leben und Werk
1.2 Die Unerkennbarkeit des Wesens Gottes
1.3 Die Erschaffung der Welt in philosophischer Deutung
1.4 Naturrecht als Grundlage der Ethik
1.5 Die natürliche Weisheit der Patriarchen
1.6 Moses und die Vernünftigkeit des Sinai-Gesetzes
1.7 Zusammenfassung

2 Yehuda Halevi
2.1 Leben und Werk
2.2 Arabische und jüdische Kritik an der Philosophie
2.3 Die Kritik an Christentum und Islam
2.4 Das Judentum als wahre, geoffenbarte Religion
2.5 Die Gottesnamen
2.6 Das Gesetz
2.7 Schöpfung, Vorsehung, Prophetie und die Freiheit Gottes
2.8 Positive Bezugnahmen auf die Philosophie
2.9 Zusammenfassung

3 Moses Maimonides
3.1 Leben und Werk
3.2 „Führer der Unschlüssigen“ - Das Programm des Werks
3.3 Die rationale Auslegung der Bibel
3.4 Eigenschaften und Namen – Die Unerkennbarkeit Gottes
3.5 Beweise für die Existenz Gottes
3.6 Die Schöpfung – Ist die Welt ewig oder hatte sie einen Anfang?
3.7 Die Prophetie – Wer wird Prophet?
3.8 Die Vorsehung – Kümmert Gott sich um jeden Menschen?
3.9 Das Gesetz und seine Zwecke
3.10 Der geistige Aufstieg zu Gott und das Endziel des Menschen
3.11 Zur Frage einer esoterischen Lehre im „Führer der Unschlüssigen“
3.12 Zusammenfassung

4 Baruch Spinoza
4.1 Leben und Werk
4.2 Das Anliegen des „Theologisch-politischen Traktats“
4.3 Prophetie und die Erwählung Israels
4.4 Das geoffenbarte und das natürliche Gesetz bei Moses und Christus
4.5 Die Grundlegung der historisch-kritischen Bibelexegese
4.6 Die Bibel als Wort Gottes
4.7 Die sieben allgemeingültigen Dogmen des praktischen Glaubens
4.8 Die Trennung von Theologie und Philosophie
4.9 Der Gesellschaftsvertrag als Grundlage des Staates
4.10 Die politische Geschichte Israels
4.11 Weltliche Herrschaft und kirchliche Macht im modernen Staat
4.12 Zusammenfassung

5.Moses Mendelssohn
5.1 Leben und Werk
5.2 Kritik an Spinozas Metaphysik – Alleinheitslehre vs. Schöpfertheismus
5.3 Kritik am Christentum
5.4 Natürliche Religion und Offenbarung
5.5 Die Erwählung der Juden und das Gesetz
5.6 Biblische Exegese
5.7 „Jerusalem oder über religiöse Macht und Judentum“
Zeremonialgesetz (Jerusalem II)
5.8 Zusammenfassung

6 Exkurs: Kants philosophische Kritik des Judentums
6.1 Die Frage nach dem Antisemitismus bei Kant
6.2 Die Idee einer Vernunftreligion und ihre Entstehung im 17. /18. Jh.
6.2.1 Das Konzept der Vernunftreligion
6.2.2 Zur Genese der Idee einer Vernunftreligion im jüdischen Denken
6.3 Kants Stellungnahmen zum Judentum
6.4 Resultat

7 Hermann Cohen
7.1 Leben und Werk
7.2 Denkgeschichtliche Bezugspunkte Cohens
7.3 Der Ansatz der Religionsphilosophie Cohens
7.4 „Religion der Vernunft aus den Quellen des Judentums“
7.5 Gotteslehre
7.6 Schöpfungslehre
7.7 Offenbarung als Erschaffung der Vernunft
7.8 Der Mensch als Mitmensch
7.9 Das Ich als Individuum
7.10 Der Messianismus
7.11 Auferstehung und Unsterblichkeit
7.12 Das Gesetz
7.13 Kritik am Zionismus
7.14 Zusammenfassung

8 Franz Rosenzweig
8.1 Leben und Werk
8.2 „Der Stern der Erlösung“ – Aufbau und Gliederung
8.3 Kritik an der Philosophie von Jonien bis Jena
8.4 „Das neue Denken“ (1925) – Rosenzweigs Selbstinterpretation
8.5 Gott, Welt, Mensch – „Der Stern der Erlösung“ (I)
8.6 Schöpfung, Offenbarung, Erlösung – „Der Stern der Erlösung“ (II)
8.7 Judentum und Christentum – „Der Stern der Erlösung“ (III)
8.8 Zusammenfassung

9 Martin Buber
9.1 Leben und Werk
9.2 Philosophische Anfänge bei Nietzsche und Tönnies
9.3 Theopolitik
9.4 Daniel (1913) – die Zweiheit in der Einheit
9.5 „Ich und Du“ (1923) – das dialogische Denken
9.6 „Gottesfinsternis“ – Religion vs. Philosophie
9.7 Ich-Du und Ich-Es - Judentum vs. Christentum
9.8 Zusammenfassende Reflexion: Bubers dichotomisches Denken und das ethische Defizit des Prinzips „Gemeinschaft“

10 Emmanuel Levinas
10.1 Leben und Werk
10.2 „Totalität und Unendlichkeit“
10.3 „Jenseits des Seins“ – Stellvertretendes Sühneleiden als Grund des Subjektseins
10.4 „Gott und die Philosophie“ – „Illeität“ und „Intrige“
10.5 Kritik an Levinas’ Philosophie
10.6 Levinas’ jüdische Schriften

Literaturverzeichnis

Autor:inneninformation:
Prof. Dr. Johannes Brachtendorf ist Seniorprofessor für philosophische Grundfragen der Theologie an der Katholisch-theologischen Fakultät der Universität Tübingen.
Mehr Informationen
ISBN 978-3-8252-6592-2
EAN 9783825265922
Bibliographie 1. Auflage
Seiten 486
Format kartoniert
Ausgabename 46592
Auflagenname -11
Autor:in Johannes Brachtendorf
Erscheinungsdatum 08.12.2025
Lieferzeit 2-4 Tage