Milan Herold, Barbara Kuhn

Lebenskunst nach Leopardi

Anti-pessimistische Strategien im Werk Giacomo Leopardis
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Leopardis Dichtung und Philosophie werden gemeinhin als ausschließlich oder doch überwiegend pessimistisch beschrieben, obgleich der Autor selbst sich wiederholt gegen eine solche vereindeutigende und reduktive Lektüre aussprach. Tatsächlich lassen sich immer wieder in seinem Werk anti-pessimistische Strategien entdecken, etwa, wenn Leopardi über die Wirkung eines «pezzo di vera, contemporanea poesia» schreibt: «essa aggiunge un filo alla tela brevissima della nostra vita» (Zibaldone 4450). Der Band leistet einen facettenreichen Beitrag zur Überwindung des ‹Stereotyps des Pessimismus› (Antonio Prete), das noch immer die Rezeption des ungleich vielfältigeren Werks dominiert.
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Leopardis Dichtung und Philosophie werden gemeinhin als ausschließlich oder zumindest überwiegend pessimistisch beschrieben, obgleich der Autor selbst sich wiederholt gegen eine solche vereindeutigende und reduktive Lektüre aussprach. Tatsächlich lassen sich immer wieder in seinem Werk anti-pessimistische Strategien entdecken, etwa, wenn Leopardi über die Wirkung eines «pezzo di vera, contemporanea poesia» schreibt: «essa aggiunge un filo alla tela brevissima della nostra vita» (Zibaldone 4450). Natürlich sind die Verhältnisse, wie nicht zuletzt die sogenannte «teoria del piacere» signalisiert, bei Leopardi jederzeit dialektisch. Selbst dort, wo, wie in A se stesso, das Leben nur mehr «Amaro e noia» zu sein scheint und in einen Satz wie «e fango è il mondo» mündet, erschöpft sich das Gedicht nicht in einem redundanten Pessimismus, bleibt es vielmehr als weiterklingender Sprachklang und eindrückliche Bildlichkeit bis in die Gegenwart präsent. In unterschiedlichsten Beiträgen und ebensovielen Facetten arbeitet der Band folglich gegen jenes ‹Stereotyp des Pessimismus› (Antonio Prete) an, das noch immer die Rezeption des ungleich vielfältigeren Werks dominiert.

Inhalt:
Barbara Kuhn
Lebenskunst nach Leopardi oder: Vom Schwimmen gegen den Strom. Einleitende Bemerkungen
Helmut Meter
Zwischen anti-pessimistischem Kalkül und latentem Optimismus. Zur «arte del vivere» in Leopardis Pensieri
Giuseppe Camerino
«Chi mi ridona il piangere dopo cotanto oblio?» Il Risorgimento di Leopardi e le risorse del cuore
Uta Degner
«Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar». Die Anagnorisis der Dichtung und der Stolz der Sehenden bei Leopardi und Ingeborg Bachmann
Giulia Agostini
Innere Erfahrung als Lebenskunst. Zur comunità Leopardis und Batailles
Michael Schwarze
Dialektische Herzensprosa. Anmerkungen zu Leopardis Diario del primo amore, 1817
Penelope Kolovou
Traum und Tod: Poetologische Sprechakte am Beispiel von Leopardis Il Sogno
Giovanni di Stefano
«Leopardi produce l’effetto contrario a quello che si propone» – Francesco De Sanctis’ Dialog Schopenhauer e Leopardi
Martina Kollroß
«Dal nulla alla vita»: Leopardis Lebensbegriff
Luigi Capitano
Le chimere di Leopardi
Antonio Panico
Leopardi persuasore di vita
Paul Strohmaier
Heiterkeit, posthuman – Leopardi und die Astronomie
Annika Gerigk
Verwirrung als Programm – Il Tramonto della luna als erkenntnistheoretisches Problem
Milan Herold
«Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst» – Leopardis Konzepte der Heiterkeit


Autoreninformation:
Prof. Dr. Barbara Kuhn lehrt Romanistik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.
Dr. Milan Herold lehrt Romanistik an der Universität Bonn.
Mehr Informationen
ISBN 978-3-8233-9416-7
EAN 9783823394167
Bibliographie 1. Auflage
Seiten 284
Format eBook PDF
Ausgabename 18416-2
Verlag Gunter Narr Verlag
Herausgeber Milan Herold, Barbara Kuhn
Erscheinungsdatum 14.12.2020