Martina Bengert

Nachtdenken

Maurice Blanchots „Thomas l’Obscur“
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Nachtdenken heißt die Welt zerdenken.
Es ist ein Nachdenken über die Nacht, vor allem aber ein Denken von einer unbegreiflichen Nacht aus, die zutiefst vom Tode geprägt ist. Die vorliegende Studie ist eine Lektüre zweier Texte Maurice Blanchots, die beide unter dem Titel „Thomas l’Obscur“ veröffentlicht wurden und zu den hermetischsten Werken der neueren französischen Literaturgeschichte zählen. Sie verbindet Philologie und Philosophie, indem sie mit der Denkfigur der anderen Nacht Blanchots Versuch, den Tod zu schreiben, in einem textnahen und philosophisch verortenden Kommentar nachzeichnet.
Hardcover
Nachtdenken heißt die Welt zerdenken.
Die Nacht meint bei Maurice Blanchot (1907-2003) zweierlei. Eine (begreifbare) erste Nacht und eine (unfassbare) andere Nacht. Wie der Tod im Leben ist die andere Nacht immer da in Thomas l’Obscur, selbst dort, wo die Sonne scheint. Blanchot versucht mit seinen beiden Fassungen von Thomas l’Obscur, dem Roman von 1941 und der Erzählung von 1950, die Erfahrung des Todes zu schreiben, das heißt ihn literarisch erfahrbar zu machen als etwas, woran unser Verstehen notwendigerweise scheitern muss. Dieses Zerschreiben der Sprache durch die Sprache geschieht in der paradigmatischen Form eines Nachtdenkens, das sowohl ein Denken über die Nacht darstellt als auch ein Denken von der anderen Nacht aus, das zutiefst vom Tode geprägt ist.
Der Kapitelstruktur der zweiten Fassung von Thomas l’Obscur folgend, bildet die vorliegende Studie einen Textkommentar, der in 12 Kapiteln zentrale philosophische und kulturtheoretische Denkfiguren untersucht und entwickelt, die sich in ihrer literarischen Ausgestaltung als Effekte der anderen Nacht zusammenfassen lassen.


Autoreninformation:
Dr. Martina Bengert lehrt Französische und Spanische Literaturwissenschaft am Institut für Romanische Philologie der LMU München.
Mehr Informationen
ISBN 978-3-8233-8045-0
EAN 9783823380450
Bibliographie 1. Auflage
Seiten 340
Format gebunden
Ausgabename 18045
Verlag Gunter Narr Verlag
Autor Martina Bengert
Erscheinungsdatum 15.01.2018
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„Bengerts Arbeit überzeugt nicht nur durch ihre kenntnisreiche Darstellung, die auch etablierten Topoi der Blanchot-Philologie neue Aspekte abgewinnt. Bei aller Faszination, die ein Text wie "Thomas l’Obscur" auf seine Leser ausübt, hat sie ihren Kommentar in einem transparenten Stil verfasst, der die Gefahr, sich „auf der Grenze zur Unverständlichkeit“ (S. 22) zu bewegen, zwar nicht scheut, aber das Epigonentum so manch anderer Blanchot-Interpreten vermeidet.“

Germanisch-Romanische Monatsschrift 69,1 (2019) / 18.06.19