Marc Föcking

Pathologia litteralis

Erzählte Wissenschaft und wissenschaftliches Erzählen im französischen 19. Jahrhundert
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Pathologia litteralis versteht sich als komparative und interdiskursive Literatur- und Wissenschaftsgeschichte des französichen 19. Jahrhunderts. Sie nimmt ihren Ausgang von der zeitgleichen Geburt von Biologie und literarischer Romantik und dem ihnen gemeinsamen Konzept historischer Diskontinuität und verfolgt den Wechsel der Leitdiskurse von der Biologie zur Medizin in Balzacs Comédie humaine, Léo Gozlans Le médecin du Pecq (1839) bis zu Flauberts Madame Bovary. Flaubert kann nicht zuletzt deshalb von seinem "coup d´oeil médical" sprechen, weil die klinische Anatomie des frühen 19. Jahrhunderts mit der Beschreibung des individuellen "cas clinique" Erzähl-und Textformen entwickelt hat, die mit der Romanliteratur der Jahrhundertmitte konvergieren. Sobald aber die Medizin mit dem Aufkommen des "dégénérescence" -Konzepts ihr Interesse vom Individuum auf die historische Tiefe pathologischer Genealogien verlagert, kommt es zu einer diskursübergreifenden Rebiologisierung, wie sie in Zolas Rougon - Macquart - Zyklus strukturbestimmend wird.
Pathologia litteralis versteht sich als komparative und interdiskursive Literatur- und Wissenschaftsgeschichte des französichen 19. Jahrhunderts. Sie nimmt ihren Ausgang von der zeitgleichen Geburt von Biologie und literarischer Romantik und dem ihnen gemeinsamen Konzept historischer Diskontinuität und verfolgt den Wechsel der Leitdiskurse von der Biologie zur Medizin in Balzacs Comédie humaine, Léo Gozlans Le médecin du Pecq (1839) bis zu Flauberts Madame Bovary. Flaubert kann nicht zuletzt deshalb von seinem "coup d´oeil médical" sprechen, weil die klinische Anatomie des frühen 19. Jahrhunderts mit der Beschreibung des individuellen "cas clinique" Erzähl-und Textformen entwickelt hat, die mit der Romanliteratur der Jahrhundertmitte konvergieren. Sobald aber die Medizin mit dem Aufkommen des "dégénérescence" -Konzepts ihr Interesse vom Individuum auf die historische Tiefe pathologischer Genealogien verlagert, kommt es zu einer diskursübergreifenden Rebiologisierung, wie sie in Zolas Rougon - Macquart - Zyklus strukturbestimmend wird.
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ISBN 978-3-8233-5613-4
EAN 9783823356134
Seiten 403
Format kartoniert
Ausgabename 15613
Verlag Gunter Narr Verlag
Autor Marc Föcking
Erscheinungsdatum 19.11.2002
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