Marijan Bobinac, Johanna Chovanec, Wolfgang Müller-Funk, Jelena Spreicer

Postimperiale Narrative im zentraleuropäischen Raum

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Die Beiträge des Sammelbandes gehen aus dem internationalen Forschungsprojekt „Postimperiale Narrative in den zentraleuropäischen Literaturen der Moderne“ hervor. Im Zentrum stehen die sich literarisch, kulturell und politisch manifestierenden Nachwirkungen von Großreichen in Mitteleuropa. Imperien wie die Habsburgische Monarchie werden als übernationale Räume von erweiterten Kommunikationsmöglichkeiten verstanden, in denen oft divergierende Narrative und Erzählstrategien entstehen, die sich in veränderter Form bis in unsere Gegenwart perpetuieren. In diesem Zusammenhang beleuchtet der Band Berührungspunkte im kollektiven Gedächtnis der Nachfolgestaaten und Konstruktionsprinzipien gemeinsamer kultureller Strukturen in Zentraleuropa.
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Die Beiträge des Sammelbandes gehen aus dem internationalen Forschungsprojekt „Postimperiale Narrative in den zentraleuropäischen Literaturen der Moderne“ hervor. Sie beschäftigen sich multiperspektivisch mit den sich literarisch, kulturell und politisch manifestierenden (post-)imperialen Narrativen in Zentraleuropa. Der Fokus liegt auf der Habsburger Monarchie in den letzten beiden Jahrhunderten ihrer Existenz, d.h. auf den mit dem Einbruch der Moderne eingeleiteten Prozessen der Nationalintegration und den Auflösungstendenzen übernationaler Staatsgebilde. Das Imperium wird im Rahmen des Forschungsprojekts als ein übernationaler Raum von erweiterten Kommunikationsmöglichkeiten verstanden, in dem oft divergierende Narrative und Erzählstrategien entstehen, die sich in veränderter Form bis in unsere Gegenwart perpetuieren. In den Vordergrund wird das Widerspiel der kulturellen Konzepte zwischen übernationalen und einzelnen nationalen Sphären wie auch zwischen den nationalen Sphären untereinander gestellt. In diesem Zusammenhang beleuchtet der Band Berührungspunkte im kollektiven Gedächtnis der Nachfolgestaaten und Konstruktionsprinzipien gemeinsamer kultureller Strukturen in Zentraleuropa.

Inhalt:
Marijan Bobinac, Johanna Chovanec, Wolfgang Müller-Funk, Jelena Spreicer
Vorwort

Clemens Ruthner
Post/Imperialismus vs. Post/Kolonialismus in „Kakanien“. Einige Überlegungen unter besonderer Berücksichtigung Bosnien-Herzegowinas, 1878–1918

Wolfgang Müller-Funk
Das Melancholische und das Imperiale. Mit einem Seitenblick auf Joseph Roth

Johanna Chovanec
Istanbul. Eine melancholische Stadt im Kontext des Osmanischen Mythos

Christian Kirchmeier
Von Vielfliegern, Sumpfgeborenen und Siriusbewohnern. Zur politischen Topologie des Fremden

Andrea Seidler
Gratwanderung zwischen Loyalität und Resistenz. Die ungarische Leibgarde Maria Theresias als ambivalentes Symbol eines asymmetrischen Machtkonglomerats

Wynfrid Kriegleder
Das Habsburger Imperium 1804–1825. Versuche seiner literarischen Legitimierung

Endre Hárs
Zur Rhetorik der (Un-)Einigkeit. Max Herzigs ‚Viribus Unitis‘. Das Buch vom Kaiser (1898) und dessen ungarisches Pendant, ‚A király könyve‘ (1899)

Jelena Šesnić
Images of America from the Austro-Hungarian Periphery. The Case of Croatian Travel Narratives of the United States

Milka Car
Theater im Krieg. Koexistenz zwischen Nationalem und Imperialem?

Jelena Spreicer
Die Suche nach Zukunft in der Vergangenheit. Ambivalenzen des Imperialen am Vorabend des Zusammenbruchs im Roman ‚Die Republikaner‘ (1914–1916) von Marija Jurić Zagorka

Marijan Bobinac
Ein Skandal in der ‚postimperialen Stunde null‘. Zu Miroslav Krležas Text ‚Eine trunkene Novembernacht‘ 1918

Drago Roksandić
The First World War – A History of Hatred in South-East Europe?

Ana-Maria Pălimariu
Psychoanalytiker aus Czernowitz, nach dem Zerfall der Habsburger Monarchie

Svjetlan Lacko Vidulić
Konjunkturen des Imperialen. Zur Transfergeschichte von Hermann Bahrs „Dalmatinischer Reise“ nach 1918

Fatima Festić
Imperial and Post-Imperial References in Ingeborg Bachmann’s Gender-Theatre of ‚Todesarten‘

Autoreninformation:
Prof. Dr. Marijan Bobinac lehrt neuere deutsche Literatur- und Kulturgeschichte an der Universität Zagreb.

Prof. Dr. Wolfgang Müller-Funk war Professor für Kulturwissenschaften an der Univ. Wien, seither Lehr- und Forschungstätigkeit an der Univ. Wien, der Universität für Musik und Darstellende Kunst, Wien sowie an der Diplomatischen Akademie, Wien. Internationale Lehr- und Forschungstätigkeit.

Johanna Chovanec, M.A. ist Stipendiatin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (DOC) am Institut für Europäische und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft der Universität Wien.

Jelena Spreicer ist Germanistin und Postdoktorandin an der Abteilung für Germanistik der Philosophischen Fakultät in Zagreb. Derzeit Mitarbeiterin an bilateralen Forschungsprojekten an der Philosophischen Fakultät Zagreb in Zusammenarbeit mit der Universität Wien.
Mehr Informationen
ISBN 978-3-7720-5649-9
EAN 9783772056499
Bibliographie 1. Auflage
Seiten 263
Format eBook PDF
Ausgabename 38649-2
Verlag A. Francke Verlag
Herausgeber Marijan Bobinac, Johanna Chovanec, Wolfgang Müller-Funk, Jelena Spreicer
Erscheinungsdatum 13.08.2018