Thomas Poser

Raum in Bewegung

Mythische Logik und räumliche Ordnung im ›Erec‹ und im ›Lanzelet‹
Sofort lieferbar
88,00 €
Die spezifische Strukturlogik des Mythos erlaubt es, komplexe Sachverhalte in eine narrative Gestalt zu bringen, die andernfalls als bloß selbstwidersprüchlich und inkonsistent erscheinen müssten. Mythisches Erzählen im Modus literarischer Rede erweist sich so als veritables Instrument kultureller Selbstbeobachtung. Das Buch verfolgt dies mit Blick auf die räumlichen Strukturen der untersuchten Texte. Im Mittelpunkt stehen Schlüsselepisoden zweier Artusromane, des ›Erec‹ Hartmanns von Aue und des ›Lanzelet‹ Ulrichs von Zatzikhoven, flankiert von zusätzlichen Vergleichstexten aus dem weiteren Umfeld höfischer Literatur. Die These lautet, dass ›Raum‹ nicht allein von der Bewegung der Figuren ›im Raum‹ abhängt, sondern seinerseits als veränderlich und ›beweglich‹ zu denken ist. Räumliche Strukturen werden durch die literarische Arbeit mit mythischen Erzähllogiken dynamisiert und die ihnen zugrundeliegenden Ordnungsvorstellungen so in je neuen literarischen Versuchsanordnungen auf ihre Tragfähigkeit hin befragt.
Die spezifische Strukturlogik des Mythos erlaubt es, komplexe Sachverhalte in eine narrative Gestalt zu bringen, die andernfalls als bloß selbstwidersprüchlich und inkonsistent erscheinen müssten. Mythisches Erzählen im Modus literarischer Rede erweist sich so als veritables Instrument kultureller Selbstbeobachtung. Das Buch verfolgt dies mit Blick auf die räumlichen Strukturen der untersuchten Texte. Im Mittelpunkt stehen Schlüsselepisoden zweier Artusromane, des ›Erec‹ Hartmanns von Aue und des ›Lanzelet‹ Ulrichs von Zatzikhoven, flankiert von zusätzlichen Vergleichstexten aus dem weiteren Umfeld höfischer Literatur. Die These lautet, dass ›Raum‹ nicht allein von der Bewegung der Figuren ›im Raum‹ abhängt, sondern seinerseits als veränderlich und ›beweglich‹ zu denken ist. Räumliche Strukturen werden durch die literarische Arbeit mit mythischen Erzähllogiken dynamisiert und die ihnen zugrundeliegenden Ordnungsvorstellungen so in je neuen literarischen Versuchsanordnungen auf ihre Tragfähigkeit hin befragt.

Inhalt:
1 Einleitung
1.1 Zur Einführung: Vom heuristischen Wert einer mythostheoretisch gewendeten Narratologie
1.2 Präsenz des Mythos? Zum Stand der aktuellen mediävistischen Mythosforschung
1.3 Mythos und mittelalterliche Literatur
1.4 Raum in Bewegung: Überlegungen zum Vorgehen
1.5 Räumliche Ordnung und mythische Logik in der Heldenepik: Das Beispiel ›Nibelungenlied‹
1.6 Das Gegenbeispiel: Narrative Ambivalenz im ›Herzog Ernst B‹

2 Der ›Erec‹ Hartmanns von Aue
2.1 …und was eht schœner vreuden bar (Er 9595): Der Verlust der vreude als Problem der ›Erec‹-Interpretationen
2.2 Raumsemantische Analyse der Joie-de-la-curt-Episode

3 Der ›Lanzelet‹ Ulrichs von Zatzikhoven
3.1 Zu Forschungslage und Vorgehen
3.2 Raumsemantische Analyse der ›Dodone‹-Episode

4 Resümee und Ausblick
4.1 Zusammenfassung: Die Beweglichkeit des Raumes und die Dialektik von Entmythisierung und Remythisierung in der Poetik des Artusromans
4.2 ›Der Tod des Königs Artus‹ und das Ende arthurischen Erzählens?

Literaturverzeichnis

Abbildungen

Autoreninformation:
Thomas Poser ist Assistent am Deutschen Seminar der Universität Zürich.
Mehr Informationen
ISBN 978-3-7720-8645-8
EAN 9783772086458
Seiten 238
Format gebunden
Ausgabename 38645-1
Verlag A. Francke Verlag
Autor Thomas Poser
Erscheinungsdatum 22.01.2018
Lieferzeit 1-3 Tage
Eigene Bewertung schreiben
Sie können nur im eingeloggten Zustand eine Bewertung verfassen. Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren sich