Markus Hundt, Andrea Kleene, Albrecht Plewnia, Verena Sauer

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Objektive Sprachdaten und subjektive Sprachwahrnehmung
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Dieser Sammelband vereinigt die wichtigsten und innovativsten Beiträge aus der Sektion Wahrnehmungsdialektologie des 6. Kongresses der Internationalen Gesellschaft für Dialektologie des Deutschen (IGDD); er soll einen Eindruck über den aktuellen Forschungsstand der Disziplin verschaff en. Das Ziel ist es, einen multiperspektivischen Zugang zur aktuellen wahrnehmungsdialektologischen Forschung zu ermöglichen. Das thematische Spektrum ist breitgefächert, neben den Schwerpunkten Dialektgebrauch, -bewertung und -wahrnehmung stehen auch theoretisch-modellbildende Ansätz e im Fokus: Welche Konzepte gibt es, um die Begriff e Laie und Wissen in der Wahrnehmungsdialektologie zu defi nieren? Wie können die Methoden der traditionellen Dialektologie sinnvoll mit wahrnehmungsdialektologischen Methoden verknüpft werden? Welche Bedeutung haben Spracheinstellungen für den Sprachwandel? Wie bewerten Sprecherinnen und Sprecher des Deutschen regionale Varietäten, und welche Konzeptualisierungen liegen diesen zugrunde? Welche Auswirkungen haben politische Grenzen auf die dialektale Sprechweise und deren Wahrnehmung?

Inhalt:
Markus Hundt/Andrea Kleene/Albrecht Plewnia/Verena Sauer: Vorwort

Bewertungen
Astrid Adler/Albrecht Plewnia: Aktuelle Bewertungen regionaler Varietäten des Deutschen. Erste Ergebnisse der Deutschland-Erhebung 2017
Andrea Kleene: Beliebt, unbeliebt und/oder markant? Bewertungen und Zuordnungen von Dialekten durch österreichische Gewährspersonen
Wolfgang Koppensteiner/Ludwig Maximilian Breuer: Wo Wien anderst ist und wo nicht. Kontrastierung von Spracheinstellungsdaten aus Wien und ruralen Regionen Österreichs
Andrea Ender: Zum Zusammenhang von Dialektkompetenz und Dialektbewertung in Erst- und Zweitsprache
Gudrun Kasberger/Stephan Gaisbauer: Varietätengebrauch und Spracheinstellungen in der kindgerichteten Sprache: Ergebnisse einer Untersuchung in Oberösterreich
Susanne Oberholzer/Rebekka Studler: Bildung und Beruf als ausschlaggebende Faktoren für Spracheinstellungen? Vergleich zweier aktueller Projekte zu den Schweizer Varietäten

Wissen
Toke Hoffmeister: Die Aktivierung inaktiver Wissensbestände. Zur Repräsentation dialektologischen Wissens
Noemi Adam-Graf/Anja Hasse: „Ich habe gar nicht gewusst, dass der Bündnerdialekt so unterschiedlich sein kann“. Eine perzeptionslinguistische Untersuchung der Orte Chur, Trin und Trun an der deutsch-romanischen Sprachgrenze
Verena Sauer: „Kompetenz und Wahrnehmung“. Ein integrierender Ansatz zur Verbindung von dialektgeografischen und wahrnehmungsdialektologischen Methoden
Stephanie Sauermilch: „An der Grenze ist Schluss, die sprechen anders als wir hier.“ – Zur Wahrnehmung der ehemaligen innerdeutschen Grenze als Sprachgrenze
Nicole Palliwoda: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“ – Die Priming-Methode innerhalb der Sprechprobenverortung und -benennung
Toke Hoffmeister/Verena Sauer: „Un jetzt aufn deutschn Stroum asu ze fohrn …“/„… dormit de Föihrer mit uns tofräden is“. Charakteristika des Lautdenkmals reichsdeutscher Mundarten am Beispiel zweier Aufnahmen aus Bayern und Schleswig-Holstein

Inszenierungen
Christoph Purschke: „Fescher als dein Schatten“. Zur Präsenz des Deutschen in Österreich in der Alltagspraxis
Alexandra Schiesser: Wenn hinten besser ist als vorne Laienlinguistisches Wissen unter diskursanalytischer Perspektive
Katja Fiechter: „Die vo hinge füüre“ – Sprachspott in der Nordwestschweiz am Beispiel der Velarisierung von mhd. nd
Sabine Wahl: „Iss was Gscheit’s!“ – Formen und Funktionen von Dialekten in der Werbung
Christina Böhmländer: Dialekt und Regiolekt in der politischen Kommunikation: Code-Switching, -Mixing und -Shifting
Robert Langhanke: Dialektdidaktik und Regionalsprachdidaktik. Über die gesteuerte Vermittlung dialektaler und regiolektaler Varietäten am Beispiel des norddeutschen Sprachraums


Autoreninformation:
Prof. Dr. Markus Hundt lehrt deutsche Sprachwissenschaft an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Dr. Andrea Kleene ist Postdoc im Projekt "Towards Balance and Boundaries in Public Discourse: Expressing and Perceiving Online Hate Speech (XPEROHS)" an der Süddänischen Universität in Odense. Zudem lehrt sie hier Deutsch am Institut für Sprache und Kommunikation.

Dr. Albrecht Plewnia ist Leiter des Programmbereichs „Sprache im öffentlichen Raum“ am Institut für Deutsche Sprache.

Dr. Verena Sauer ist Post-Doc am Lehrstuhl für Deutsche Sprachwissenschaft an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
Mehr Informationen
ISBN 978-3-8233-8317-8
EAN 9783823383178
Seiten 460
Format kartoniert
Ausgabename 18317-1
Verlag Gunter Narr Verlag
Erscheinungsdatum 14.09.2020
Lieferzeit 1-3 Tage
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