Sarah Masiak

Teufelskinder

Hexenverfolgung und gesellschaftliche Stigmatisierung im Hochstift Paderborn (1601-1703)
ab 51,20 € inkl. MwSt.
»Teufelskinder« – so wurden in Fürstenberg, einer Kommune im Hochstift Paderborn, die Nachfahren aus einem Hexengeschlecht genannt. Mittels dieses Etiketts war eine ideologische und symbolische Grenze zwischen
den »normalen«, unbescholtenen Dorfbewohnern und denjenigen Familien gezogen worden, die das Hexenstigma trugen. Ihre vermeintliche Abstammung von »Hexenart« führte dabei zu verschiedenen informellen sowie formellen Stigmatisierungen und Marginalisierungen, die nicht
nur das sprichwörtliche Damoklesschwert über deren Häupter schweben ließen, sondern auch einen ganz eigenen sozialpsychologischen Teufelskreis schufen: Förmlich gezwungen, sich stets mit dem attribuierten Hexenimage auseinanderzusetzen, nahmen einige Teufelskinder ihr Label als »Hexe« an. Das Ergebnis von Zuschreibung und Verinnerlichung war fatal: Nicht weniger als neun Familien standen teilweise über fünf Generationen
immer wieder vor Gericht, angeklagt, mit dem »Hexenblut«
infiziert zu sein. In diesem Buch werden ihre Geschichten erzählt. Im Mittelpunkt der Analyse steht dabei die historische Rekonstruktion ihres »Hexendaseins«, das wesentlich durch ihren sozialen Lebensraum und zugleich von
ihnen geformt wurde. Das Eintauchen in ihre Welt lässt dabei so manche Parallele zu heutigen Sozialphänomenen offenbar werden.
»Teufelskinder« – so wurden in Fürstenberg, einer Kommune im Hochstift Paderborn, die Nachfahren aus einem Hexengeschlecht genannt. Mittels dieses Etiketts war eine ideologische und symbolische Grenze zwischen
den »normalen«, unbescholtenen Dorfbewohnern und denjenigen Familien gezogen worden, die das Hexenstigma trugen. Ihre vermeintliche Abstammung von »Hexenart« führte dabei zu verschiedenen informellen sowie formellen Stigmatisierungen und Marginalisierungen, die nicht
nur das sprichwörtliche Damoklesschwert über deren Häupter schweben ließen, sondern auch einen ganz eigenen sozialpsychologischen Teufelskreis schufen: Förmlich gezwungen, sich stets mit dem attribuierten Hexenimage auseinanderzusetzen, nahmen einige Teufelskinder ihr Label als »Hexe« an. Das Ergebnis von Zuschreibung und Verinnerlichung war fatal: Nicht weniger als neun Familien standen teilweise über fünf Generationen
immer wieder vor Gericht, angeklagt, mit dem »Hexenblut«
infiziert zu sein. In diesem Buch werden ihre Geschichten erzählt. Im Mittelpunkt der Analyse steht dabei die historische Rekonstruktion ihres »Hexendaseins«, das wesentlich durch ihren sozialen Lebensraum und zugleich von
ihnen geformt wurde. Das Eintauchen in ihre Welt lässt dabei so manche Parallele zu heutigen Sozialphänomenen offenbar werden.


Inhalt:
Vorwort
1 Einleitung: Die besondere Wirkmacht eines Stigmas
2 Stand der Hexenforschung und Relevanz der Fragestellung
3 Quellenkritik: Hexenprozesakten
4 Spurensicherung – Fürstenberg und seine Quellen
5 Methode und Aufbau der Arbeit
6 Dorfgeschichte aus der Vogelperspektive
7 Dorfgeschichte aus der Nahaufnahme
8 „Detailaufnahme“ – Gerichtsaktivitäten
9 Die Hexenjustiz in Fürstenberg
10 Hexerei als Kriminaldelikt
11 Des Teufels Kinder – eine prosopografische und genealogische Skizze
12 Die historische Fabrikation 393
13 „Hexe-Sein“ – die „Selffulfilling Prophecy“
14 Gesellschaftliche Kainsmale 461
15 Quellen und Literatur

Autor:inneninformation:
Sarah Masiak promovierte im Sommersemester 2019 an der Historischen Fakultät der Universität Paderborn. Die vorliegende Dissertationsschrift wurde mit dem Bremer AG Preis und dem Ignaz Theodor Liborius Meyer Preis des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Paderborn e. V. honoriert.

Band 37 der Reihe "Konflikte und Kultur – Historische Perspektiven". Herausgegeben von Carola Dietze Joachim Eibach Mark Häberlein Gabriele Lingelbach Ulrike Ludwig Dirk Schumann Gerd Schwerhoff
Mehr Informationen
ISBN 978-3-7398-3095-7
EAN 9783739830957
Bibliographie 1. Auflage
Seiten 554
Format gebunden
Höhe 240
Breite 170
Ausgabename 53095
Auflagenname -11
Autor:in Sarah Masiak
Erscheinungsdatum 23.11.2020
Lieferzeit 2-4 Tage

„sorgfältig gearbeitete und reich aus Quellen belegte historische Studie“

Archiv für Liturgiewissenschaft 62/63 (2020/21) / 18.12.20

„[eine] Arbeit, deren innovative Fragestellungen neue Erkenntniswege zur Erkundung eines vermeintlich altbekannten Phänomens eröffnen“

die warte 192 (2021) / 28.08.22