Veit Lindner

Wege, Lichtung, Horizont: Konstellationen des 'Essayistischen' in María Zambranos Claros del bosque und Octavio Paz' El mono gramático

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Der Essay ist eine der wichtigsten literarischen Ausdrucksformen der Moderne. Doch er stellt die Literaturwissenschaft vor Herausforderungen, weil er sich eindeutigen Bestimmungen widersetzt. Die Arbeit beleuchtet das Phänomen als modernen Modus des Schreibens. Er umfasst eine Praxis, mit deren Hilfe Ich-Konstruktionen sowohl vollzogen, als auch problematisiert werden.
Der Essay ist eine der wichtigsten literarischen Ausdrucksformen der Moderne. Doch er stellt die Literaturwissenschaft vor Herausforderungen, weil er sich eindeutigen Bestimmungen widersetzt. Die Arbeit beleuchtet das Phänomen als moderne Praxis des Schreibens, die das Problem ihrer eigene Gestaltung thematisiert. Dabei verhandelt sie stets die Fragen nach der Konstruktion des Subjekts, der sprachlichen Ausdrückbarkeit und der Möglichkeit von Wissen. Die zur Analyse gebrachten Texte der 1970er Jahre betrachten diese Problematik in metaphorischen Konstellationen von ‚Weg‘, ‚Lichtung‘ und ‚Horizont‘. Ausgehend von einer Sehnsucht nach einem Erleben von Ganzheitlichkeit, besteht die essayistische Praxis in einer moralisch-ästhetischen Existenzrealisierung sowie einer Überwindung von Trennungen und Grenzen; von Kunst und Wissenschaft, Imagination und analytischem Verstand, Poesie und Prosa.

Inhalt:
I. Eingang: Über Biblioklasmus

II. Theorie
1. Der Essay und das ‚Essayistische‘
1.1. Der Essay als Gattungsproblematik
1.2. Das ‚Essayistische‘ als Frage der Geisteshaltung
1.3. Das ‚Essayistische‘ als ‚Schreibweise‘
1.4. Eine Problematik der Formwerdung
1.5. Über den wissenschaftlichen Umgang mit dem ‚Essayistischen‘

2. Der ‚poetische Essay‘ in Spanien und Lateinamerika
3. Über Montaignes Essais – eine Apologie der Sinnesvermögen
4. Das ,Essayistische‘ als ,Praxis‘
4.1. Selbst und Praxis
Exkurs: Was ist ‚écriture‘?
4.2. Körperpraxis: Entkleidung und Demaskierung
5. Die ‚Nähe‘ der Schrift: Der Weg als Abenteuer und Risiko

III. Praxis
1. María Zambrano: Claros del bosque
1.1. Zambrano – Heidegger – Derrida: Revision der Metaphysik
1.1.1. Das Geschehen der Wahrheit
1.1.2. Die Erfahrung vom ‚Grund-Riss‘ der Wirklichkeit
1.1.3. ‚La razón poética‘ – eine Metaphysik der Dekonstruktion
1.1.4. Simulation, Utopie, Exil

1.2. Eintritt in die Waldlichtung
1.3. Eine unmethodische Methode: Die ,dichterische Vernunft‘ als ,Lichtung‘
1.4. Transgression und Entgrenzung: Die Performativität der Metapher
1.5. Ähnlichkeit und Unbegrifflichkeit – die ‚redende Sprache‘
1.6. Das ‚Essayistische‘ als Spiegelstadium: Im Pandämonium des Selbst

2. Octavio Paz: El mono gramático. Una pasión crítica
2.1. El mono gramático: Universum von Analogien und Meditation über den unmöglichen Ursprung
2.2. Die Wege der poetischen Signifikation I: Die Kritik des Paradieses
2.2.1. Das Referenzproblem und die Entdeckung einer ‚redenden Sprache‘
2.2.2. Die Erfahrung der Sprache
2.3. Die Wege der poetischen Signifikation II: Die Kritik der Sprache und die Erfahrung der Wirklichkeit
2.4. Vision, Bild, Monogramm: Der Urzustand und das Paradox des Menschen
2.5. Die Sprache der Sprache lernen: Metapher, Analogie, Rhythmus
2.6. Poesie und Prosa
2.7. Das ‚Essayistische‘ als Textpraxis
2.7.1. Das ‚Semiotische‘, das ‚Symbolische‘ und das ‚Thetische‘
2.7.2. In der Tiefe der Sprache: Monstrologie des Semiotischen

IV. Nachklang


Autoreninformation:
Veit Lindner lehrt Spanische und Lateinamerikanische Literaturwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Mehr Informationen
ISBN 978-3-8233-8529-5
EAN 9783823385295
Bibliographie 1. Auflage
Seiten 314
Format gebunden
Ausgabename 18529
Auflagenname -11
Verlag Gunter Narr Verlag
Autor Veit Lindner
Erscheinungsdatum 13.12.2021
Lieferzeit 2-4 Tage