Carola Erbertz

Zur Poetik des Buches bei Edmond Jabes

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Das außergewöhnliche Werk des ägyptisch-jüdischen Schriftstellers Edmond Jabès verlangt von seinem Interpreten eine besondere hermeneutische Flexibilität. Aus dem Anliegen, nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Zerstörung heraus weiterzuschreiben, baut Jabès seine jenseits aller Gattungen liegenden Schriften des französischen Exils den Fundamenten des Judentums auf. Dabei geht er das subversive jüdische Schriftverständnis, das er jeglicher Metaphysik entkleidet, wie die postmoderne Frage der écriture als Künstler an. Die immanente autonome Ästhetik von Jabès´ Texten, die in einer von Mallarmé und Proust vorbereiteten Mythologie des idealen Buches gipfelt, konzipiert selbiges als unabschließbares Kunstwerk, das in seiner prozessualen Offenheit die lebensweltliche Referenz nicht ausschließt. Diese beinah paradox anmutende Poetologie liegt auch dem Jabèsschen Umgang mit dem Holocaust zugrunde. Edmond Jabès läßt aus der durch die Schoa unmittelbar betroffenen Sprache poetische Texte entstehen, die sowohl die Erinnerung an das Geschehene tragen als auch eindrucksvoll die Wiederaufnahme jüdischer Selbstbewußtwerdung dokumentieren.
Der Band stellt eine an literatur-ästhetischen Fragen orientierte Einführung in die im französischen Exil entstandenen Werke des ägyptisch-jüdischen Autors Edmond Jabès dar, dessen Poetologie im Lichte der jüdischen Tradition, des Holocaust und der zeitgenössischen Literaturtheorie diskutiert wird.
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ISBN 978-3-8233-5213-6
EAN 9783823352136
Bibliographie 1. Auflage
Seiten 233
Format kartoniert
Ausgabename 15213
Auflagenname -11
Verlag Gunter Narr Verlag
Autor Carola Erbertz
Erscheinungsdatum 05.04.2000
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